Mittwoch, 15. April 2009

Jetzt mal eine Frage von mir an Euch!

Sicherlich habt ihr schon mal dann und wann Gehörlose gesehen, die sich in der Gebärdensprache unterhielten.

Welche Gedanken gingen euch dabei durch den Kopf?

Kommentare:

  1. Zuerst habe ich gedacht: Immer diese Italiener. Anschließend: Das würde ich jetzt zu gerne verstehen.

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  2. Hi Jule,
    ich habe gedacht: wow, ich würde diese Sprache auch gerne verstehen und "sprechen" können.
    Ich hätte Angst, nicht zu wissen, wie ich mich verhalten soll, wenn ich "aus Versehen" eine gehörlose Person ansprechen würde. Ich würde mir hilflos vorkommen. Eigentlich schade, dass man mit der Gebärdensprache nicht mal als mögliches Wahlfach in der Schulzeit in Kontakt kam.

    Sehr interessantes Blog und toll für mich als Hörende einen Einblick in die gehörlose Welt zu bekommen. Werde hier alle Einträge wissbegierig aufsaugen! :-)

    LG aus Aussieland 8)

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  3. Ich bin immer wieder total faziniert, wie es möglich ist auf diese Weise all die Nuancen der gesprochenen Sprache zu ersetzen.
    Tom

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  4. Früher wollte ich Gebärdensprachdolmetscherin werden. Und auch heute noch fasziniert mich die Gebärdensprache, ich hatte das Glück, ein paar einfache Gebärden von einem früheren gehörlosen Bekannten lernen zu dürfen.
    Wenn ich Gehörlose gebärden sehe, dann bin ich immer ein wenig neidisch, weil ich die Sprache noch nicht kann :)
    Die Sprache möchte ich immer noch lernen, zum einen, um mit Gehörlosen, die diese Art zu kommunizieren vorziehen, auch reden zu können. Zum anderen, weil ich inneres Verstummen von mir kenne und mich frage, ob ich vielleicht mit Gebärden das ausdrücken könnte, wozu mir manchmal die Worte zu plump sind.
    Habe sogar eine Gebärdensprachschule um die Ecke, bei der Gehörlose unterrichten. Leider ist es für mich momentan noch zu teuer, Kurse zu belegen.

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  5. Lee, ganz ehrlich: Ihr Interesse an Gebärdensprache in allen Ehren, aber der Glaube, daß man mit einer Hilfssprache mehr Nuancen ausdrücken könne als mit dem gesprochenen Wort, sind wohl fast schon Ausdruck einer Positivdiskriminierung ;-)

    Natürlich kann die Gebärdensprache vieles ersetzen. Aber sie kann nicht die Komplexität des gesprochenen (oder hier: geschriebenen) Wortes erreichen oder gar übertrumpfen.

    Nuancen drückt man ja in der direkten Kommunikation durch einerseits Gesten, andererseits aber auch Wortwahl (vor allem welche Synonyme man benutzt) aber auch Stimmodulation aus.

    Im schriftlichen benutzt man eben die Feinheiten der jeweiligen Sprache; jedenfalls bei westlichen Sprachen. Asiatische Sprachen hingegen dürften durch Gebärdensprache leichter zu ersetzen sein.

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  6. Liebe(r?) germanpsycho,
    ich stimme ihnen zu und habe mich wohl nicht klar genug ausgedrückt.
    Sagen wir es so: ich habe mitunter mutistische Anwandlungen, dafür wäre die Gebärdensprache hilfreich und zudem: das gesprochene/geschriebene Wort kann imho stets nur dem was IST, nahe kommen, ist aber nie deckungsgleich mit dem, was IST. Insofern ist die Gebärdensprache für mich "nur" eine andere Weise, dem, was IST, Ausdruck zu verleihen.
    Wie komplex sie sein kann, insebsondere in Kombination mit Mimik und Körperhaltung, können vermutlich nur Gehörlose wirklich beurteilen...

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  7. Bitte die vielen Fehler im letzten Kommentar zu entschuldigen.. bin wohl doch schon zu müde :)

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  8. Stimme Ihnen zu: Die Sprache ist natürlich auch nur ein Hilfsmittel, um das auszudrücken, wie unser Hirn das „Ist” sieht/einschätzt. Also quasi noch eine Wendung mehr: Eine einzige Realität gibt es ja nicht, sondern nur deren Abbild in unserem Gehirn. Somit drückt ist die Sprache Hilfsmittel für ein subjektives Abbild der Realität.

    Und ich glaube auch, daß die Gestensprache relativ komplex ist, sie ist aber eben wiederum eine weitere Abstraktionsstufe, nämlich das Abbilden der gesprochenen Sprache durch Gesten. Daher ja auch meine Meinung bzgl. der Komplexität: Die Gebärdensprache bildet nicht direkt das „Sein” ab, sondern wurde als Ersatz für die Sprache geschaffen, orientiert sich also an dieser.

    Boah, wenn ich meinen eigenen Kommentar lese, wird mir schlecht. Ich sollte das gar nicht abschicken... ;-)

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  9. @germanpsycho:
    Och, ich hab Sie schon verstanden und bin geradezu begeistert, auf jemanden zu treffen, der Realität auch auf der subjektiven Ebene betrachtet ;)
    Und ja, das mit der Gebärdensprache als weitere Abstraktionsstufe ergibt Sinn für mich, macht mich nun noch neugieriger, zu erfahren, was so damit möglich ist.

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