Montag, 13. April 2009

Nach längerem Zögern auch nun ein Blog von mir über meine "Behinderung".

Eine unsichtbare Behinderung - klingt gar nicht so dramatisch. Ist es auch gar nicht, aber einschränkend aufgrund dieser Tatsache.

Und diese Behinderung teile ich mit 16 Millionen Schwerhörigen und etwa 80tausend Gehörlosen in Deutschland. Ich kann von Geburt an nicht hören. Und ich vermisse es auch nicht - was man nicht in einem normalen Verhältnis kennt, kann man auch nicht vermissen. ;-)

Imanuel Kant sagte mal: "Nicht sehen trennt von den Dingen. Nicht hören trennt von den Menschen." Dieses Zitat wird übrigens irrtümlich Helen Keller zugeschrieben.
Damit hatte Kant bis zu einem gewissen Punkt recht. Für mich selbst wäre es viel schlimmer, die ganzen Farben, die ganze optische Vielfältigkeit meiner Umgebung nicht wahrnehmen zu können.

Aber Nichthören schränkt einen in der Gesellschaft ein, die sehr auf Hörinformationen fixiert ist. Das Ohr leistet ziemlich viele Aufgaben, die einem gar nicht bewußt sind - es ist ein kleines technisches Wunderwerk.

Aber: Man braucht nicht unbedingt hören zu können, um unbeschadet durch das Leben zu kommen. Es lastet auf der Gehörlosengemeinschaft ein Druck durch die Auffassung, dass am besten alle gehörlosen Kinder ein Cochlear Implantat verpasst bekommen sollten.

Meine Meinung dazu ist nur: "Man ist nicht behindert, man wird behindert gemacht."

Ich fürchte, ich muss jetzt mal an dieser Stelle diesen Betrag unterbrechen. Es ist nämlich gar nicht so einfach über etwas zu schreiben, womit man sich nicht oder nur oberflächlich befasst hat, obwohl es einen selbst betrifft oder vielleicht liegt die Schwierigkeit gerade darin?!

Für das erste wünsche ich mir viele Kommentare mit vielen Fragen, die ich dann mittels weiteren Blogbeiträgen beantworten kann.

Danke für das Zuhören... äh Lesen.. ;-)

Kommentare:

  1. die frage ist bestimmt SAUblöd, aber sie brennt einfach: was stellst du dir unter musik vor?!?!?
    hat es irgend einen sinn musik zu "spüren" (vibrationen durch lautsprecher bspw.)??

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  2. achtung: die fragen werden immer blöder: lachst du laut?

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  3. wie willst du vergleichen, wenn du das eine gar nicht kennst? schwierig, aber sehr interessant! hab dir ja schonmal gesagt, dass ich deinen ausdruck außerordentlich gut finde (;

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  4. mir fällt beim thema gehörlosigkeit auch immer als erstes dieses zitat (...nicht hören trennt von den menschen) ein. nicht dass ich noch gewusst hätte von wem das ist, also danke erstmal für diese info :) .dieses zitat ist sicher auch nicht falsch, allerdings haben sich mittlerweile doch einige dinge verändert. gerade das internet mit seinen unterschiedlichen möglichkeiten optisch zu kommunizieren hilft sicher sehr, diese trennung zu überwinden, zumindest denen bei denen die gehörlosigkeit nicht zu sehr zu schwierigkeiten im umgang mit schriftsprache geführt hat. was bei dir ja ganz offensichtlich nicht der fall ist, was mich sehr freut zu sehen :)

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  5. hi jule,
    auch von mir die blöde frage: wie hörst du musik? du hast ja eine reihe von bands aufgelistet. ich selbst bin auf einem ohr taub, was natürlich nicht vergleichbar ist mit einer beidseitigen taubheit. aber was das musikhören betrifft: stereo geht nie. allerdings vermisse ich es auch nicht, weil ich es ja nicht anders kenne.
    bin gespannt auf deine antwort!!

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