Freitag, 5. Juni 2009

Dialekte in der Gebärdensprache

Natürlich gibt es in der Gebärdensprache auch Dialekte, warum auch nicht? ;-)

Besonders krass ist der Unterschied, wenn es um die Wochentage geht - da wird ein regelrechtes Nord-Süd-Gefälle sichtbar.

Im Norden gebärdet man "Montag" so, indem man den Daumen der anderen Hand vom Kinn nach unten auf die Handfläche drückt - im Süden gebärdet man Montag so: Die Fingerkanten der Hand berühren die Stirn und werden zum Kinn geführt.

Und die Unterschiede ziehen sich durch die ganzen Wochentage, was auch an der unterschiedlichen Lebensmentalität liegt, was sehr gut sichtbar wird an der Gebärde für "Sonntag": Im Norden streicht man sich mit Daumen und Zeigefinger im Prinzettengriff oder mit der flachen Hand die Brust glatt ->Hinweis auf den sauberen, edlen Sonntagsanzug, den man früher nur sonntags angezogen hat.
Im Süden dagegen werden die Hände in Betstellung ganz fromm aneinander gelehnt - nicht gefaltet -> Hinweis auf den sonntäglichen Kirchgang des frommen Südens. ;-)

Oder der Unterschied für den Monat "Dezember" bei dem besagten Nord-Süd-Gefälle:
Der Norden gebärdet Dezember so, in dem er die Zeigefinger beider Hände tanzen lässt, als wären diese Sylvesterraketen.
Der Süden zeichnet dagegen mit den Händen die Umrisse eines Tannenbaums nacch.

Ich finde diese geschichtlichen und auch regionale Unterschiede sehr interessant, vor allem mag ich den geschichtlichen Hintergrund der südlichen Gebärde für "Samstag": Da reiben sich die Fäuste aneinander, was zugleich auch die Gebärde für "Waschen" ergibt. Früher war der 1. oder der 2. Samstag im Monat, so genau habe ich es grad nicht mehr im Kopf, der "Waschtag" und so hat sich die Gebärde für Samstag im südlichen Raum ergeben.

Das war's mal fürs erste. ;-)

Hier geht es zu "Dialekte in der Gebärdensprache - Teil 2"!

Kommentare:

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