Mittwoch, 3. Juni 2009

Nachtrag zur Kritik am Westen und dessen Artikel über die gehörlosen Eltern plus Bericht über die Babyzeichensprache!

Hier ist der besagte Artikel zum Nachlesen:"Wieder mal eine Zeitungskritik - diesmal geht sie an den Westen" zum Nachlesen.

Daraufhin bekam ich einen sehr interessanten Kommentar von einem Blogleser.
Günther schrieb:
".. irgendwie hat ja "DerWesten" fast glück gehabt .. zu einem großen teil ist ja der artikel doch gelungen und die kritik die man daran üben kann, muss man wohl auch zu großen teilen den beteiligten personen anlasten .. vielleicht liegt es an der erzeihung, dass die "gehörlose" mutter sich so auf die hilfe ihrer "hörenden" mutter verlässt .. für mich ein zeichen von anerzogener unselbständigkeit ..

.. die technischen möglichekeiten sin heute so riesig, dass man nicht unbedingt die hilfe eine "hörenden" person braucht .. vibrationsalarm über microfonauslösung .. nässesensoren fürs bett bis hin zur herzschlagüberwachung gegen den plötzlichen kindstod .. alles vorhanden und mit sicherheit auch in solchen fällen nutzbar ..

.. so hat die oma aber einen grund für sich ihre wichtigkeit unterbeweis zu stellen.. klarer fall vdavon, dass man behinderte auch machen kann!
Bravo! Ich bin zwar nicht so deutlich geworden, aber die Kritik ist berechtigt. Klar sollte man sich innerhalb einem großen Familienverbund gegenseitig unterstützen, gar kein Thema! Nur: Wann fängt Unterstützung an zur einer versteckten Abhängigkeit zu werden?

Die Eltern sind nicht wirklich unselbständig, die Kinderkrankenschwester berichtet ja auch, dass der Vater sich durchaus zu helfen wußte bei der Kommunikation.

Die Bemerkung von Christiane von www.behindertenparkplatz.de, die übrigens auch eine sehr gute Kritik zum Zeitartikel über das Interview mit der blinden und dem gehörlosen mann geschrieben hat, warum man denn die Eltern nicht selbst zu Wort kommen lassen hat im Video über einen Dolmetscher, zeigt auf: Die gehörlosen Eltern stehen im Hintergrund, sie gucken zu und sind darauf angewiesen, dass man sie informiert. Lediglich einmal stehen sie im Mittelpunkt - als der Vater sich von der Mutter verabschiedet mit den Worten, dass er jetzt arbeiten gehe.

Worum geht es denn wirklich in dem Artikel? Um die anerzogene Abhängigkeit der gehörlosen Eltern von ihrer Familie? Um die Tatsache, dass gehörlose Eltern hörende (kerngesunde) Kinder auf die Welt bringen können?

Man hätte den Artikel auch ganz anders bringen können! Das Baby MIA ist eine CODA, (Children Of Deaf Adults) und wie schon im Artikel erwähnt, wird Mia ganz selbstverständlich die Gebärdensprache erlernen und sehr früh ihren Eltern mitteilen können, was sie will und zur Lautsprache wird sie über den anderen Teil der Familie kommen. MIA wird nicht nur zweisprachig, sondern auch bikulturell aufwachsen.

Gehörlose Babys können sich bereits in einem Alter ab etwa 6-9. Monaten ihren Eltern mitteilen, was sie möchten durch die Gebärdensprache. Der gehörlose Sohn eines gehörlosen Paares sprach im Alter von fast 6 Monaten sein erstes Wort durch die Gebärdensprache. Seine erste Gebärde war: "Ente".

Auch für hörende Babys gibt es die Babyzeichensprache, dieser Trend ist aus Amerika und England zu uns rübergeschwappt. Dort, bei der Erforschung der Gebärdensprache stellte man fest, dass hörende Babys von Eltern, von denen mindestens ein Elternteil gehörlos war, sich viel früher mitteilen konnten als üblich durch die Gebärdensprache als ihre gleichaltrigen Kollegen ohne Gebärdensprache.

Die Babyzeichensprache von Vivian König basiert auf der deutschen Gebärdensprache, sie ist nur etwas vereinfachter für die kleinen Hände.

Hier der Link zur Babyzeichensprache: Babyzeichensprache von Vivian König

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