Freitag, 19. Juni 2009

Wie fühlt/hört sich eine U-Bahn an?

Es ist Winter in München. Ich stehe mit einem Mann in der U-Bahnstation Maillinger Straße. Gemeinsam warten wir auf die U-Bahn.

Da mir etwas kalt ist, sehe ich ihn hilfesuchend an. Er grinst, öffnet seinen Kamelhaarmantel für mich und ich schiebe mich an ihn heran. Trotzdem reiche ich ihm dank seiner Körpergröße von 1,90 nur fast bis zur Brust.

"Wann kommt die U-Bahn?" fragt er mich, während er den Mantel ganz um mich schliesst.
Ich befinde mich hörtechnisch grad offline und so sage ich: "Man merkt es, wenn sie kommt." Er: "Wie merkst du das?"

In diesem Augenblick spüre ich, wie ein Windzug meine Haare durchweht und mein Gesicht streift. "Jetzt kommt sie." Und er lauscht und sagt: "Ahh, jetzt höre sie auch."Jetzt ist auch das typische Rattern der U-Bahn zu spüren, welches zuerst nur schwach zu spüren ist, aber dann immer mehr anschwillt.

Die U-Bahn fährt ein.

Ich habe einige Sekunden früher gespürt, dass die U-Bahn einfährt, bevor sie zu hören war. Es waren nur Sekundenbruchteile.

Online mit dem Cochlear Implantat höre ich die U-Bahn halt wie es halt so ist: Es ist ein Brausen in der Luft, welches zuerst ganz schwach ist und dann immer lauter wird, je näher sie kommt.

Das mit dem Wind in der Luft kann man wirklich spüren. :-)

1 Kommentar:

  1. Maillinger Straße bin ich auch öfter. :)

    Und ich spüre auch erst den Lufthauch, bevor ich die U-Bahn höre, und dabei bin ich eine Hörende.

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