Dienstag, 14. Juli 2009

Klarstellung zu einem Blogcommentar!

Ich bekam eben auf den Blogeintrag: Kulturschock für eine "hörende" Gehörlose

einen Blogcommentar von Kerstin:

"sorry, aber DAS finde ich echt voll daneben!

die beiden geschwisterpaare verstrahlen beide eine besondere aura, das stimmt. aber ganz bestimmt nicht, weil sie homosexuell sind. und noch viel weniger, weil sie sich wie heterosexuelle verhalten.

mit "lehrbuch" ..... hm, eine frage: stehst du auf schubladendenken? ich finde es ziemlich traurig, denn draußen in der welt, rund um dich herum sind menschen jeder für sich einzigartig .... solche leute kann man nie in schubladen stecken - sogar dich nicht!


ps: wäre nicht der titel "kulturschock für eine "homosexuelle" heterosexuelle" passender? ;-)"

Liebe Kerstin, ich weiß gar nicht, worüber du dich so aufregst - ich habe nicht gesagt, dass die Aura daran liegt, dass sie homosexuell sind, sondern weil sie einfach über eine Austrahlung verfügen, unabhängig von ihrer sexuellen Ausrichtung.

Und der Kulturschock war ganz KLAR nicht auf die sexuelle Ausrichtung bezogen, damit habe ich von jeher kein Problem und auch noch nie gehabt, sondern auf etwas ganz anderes, was eigentlich in der Einleitung des Postings erklärt wird, aber ich erkläre es dir gerne noch einmal:

Die Gehörlosenwelt hat ihre eigene Kultur, was eben alles zu einer Kultur dazugehört: (Gebärdensprach)-Poesie, (Gebärdensprach)-Theater, (Gebärdensprach)-Comedy u.v.m.

In der Einleitung habe ich erklärt, dass ich zwar über Gebärdensprachkenntnisse verfüge, die für eine Unterhaltung und paar Witze ausreiche, aber nicht perfekt gebärden kann, da die Gebärdensprache nicht meine Muttersprache ist und ich mich nicht mit ihr komplett identfiziere. Die Comedyshow, auf der ich an diesem Abend war und die von besagtem Geschwisterpaar moderiert war, war für mich zwar ganz lustig, aber einiges verstand ich eben nicht, da meine Gebärdensprachkenntnisse eben nicht für volles Sprachverständnis ausreichten.
Genau DAS war der Kulturschock trotz meinem Wissen, dass die Gehörlosenwelt nicht meine Welt ist - zu einer Kultur gehört man eben erst richtig dazu, wenn man sich mit ihr identfizieren kann und die handelsüblichen Witze kennt. Sprachvermögen reicht nicht aus.

Und im übrigen denke ich nicht in Schubladen und eigentlich müsste dies aus meinen Postings klar ersichtlich sein.

Kommentare:

  1. liebe jule,


    ich las mir dein posting noch einmal durch, denn es hätte sein können, dass ich etwas überreagiert habe.

    doch hier fällt mir wieder auf: während der erste absatz gut zum titel passt (kulturschock bezüglich gehörlosenwelt) - wich der rest total ab hin zum thema homosexualität.

    hier ein auszug aus deinem posting:
    "Eine der wenigen Homosexuellen, denen man das nicht ansieht. Wobei: Muss/Soll/Darf man sowas jemanden ansehen oder nicht? Am Freitag sah ich übrigens auf einem Vortrag für Gehörlose im Publikum einen eindeutigen Homosexuellen, der so schwul war wie
    im Lehrbuch."

    was willst du damit sagen? im zusammenhang mit dem titel? dazu: "wie im lehrbuch" - im lehrbuch wird nur bestimmtes, ausgewähltes reingeschrieben, denn ein buch alleine hat niemals genügend platz für so viel vielfalt, das es auf dieser erde gibt.
    und in "deinem" lehrbuch steht: "so schwul war wie im lehrbuch" - ich kenne diesen mann, von dem du redest. es stimmt, er wirkt nicht besonders "männlich". es gibt aber auch männer, die sich so wie er verhalten, und sind dennoch definitiv nicht schwul.
    daher denke ich, dass "dein lehrbuch" für mich reines schubladendenken ist, sorry!

    und: "Ist es gut oder schlecht, wenn man jemandem seine sexuelle Gesinnung ansieht? Weder noch. Das ist eine der Fragen auf die es keine richtige oder falsche Antwort gibt, finde ich."

    darüber schreiben, zeigt, dass du dich damit beschäftigst. schön und gut, aber im zusammenhang mit deiner "idealvorstellung von homosexualität", zu denen du bestimmt nicht gehörst und demzufolge du nicht viel darüber weißt, kriege ich bauchschmerzen, weil es so vorurteilsbeladen ist.

    sorry, dass ich so direkt bin, aber diese worte tun mir weh! :-(

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  2. Liebe Kerstin,

    ich habe mich lediglich mit der Frage auseinandergesetzt, ob es gut wäre, wenn man jemandem ansehen würde, dass dieser homosexuell ist? Allein schon die Fragestellung deutet schon darauf hin, dass ich es SCHLIMM finde, dass man sich Gedanken darüber macht, ob es gut oder schlecht wäre und dass die sexuelle Ausrichtung in unserer Gesellschaft immer noch ein Tabuthema ist.

    Ich habe überhaupt keine Idealvorstellung von der Homosexualität, bloss eine Idealvorstellung von einer Gesellschaft, die viel toleranter und offener ist, so das es keine Randgruppen mehr gibt.

    Fakt ist doch: Im Fußball soll es angeblich keine homosexuellen Spieler geben - da traut sich keiner zu einem Outing. Woran liegt das? Doch natürlich an dem Bild des Homosexuellen wie dieser im "Lehrbuch" und in den Medien gezeichnet wird!

    Ich glaube, wenn sexuelle Ausrichtung kein Tabuthema mehr wäre in unserer Gesellschaft, dann wären die Leute verblüfft, dass Homosexuelle eben nicht nur Klischeeberufe wie Friseur, Viagist, Modestylisten usw. bekleiden, sondern auch untypische, "männliche" Berufe.

    Also, es tut mir leid, wenn ich dir Bauchscherzen bereitet habe, dies war nicht meine Absicht.

    Und Vorurteile gegen Homosexuelle habe ich auch nicht.

    Lg, Jule

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