Sonntag, 19. Juli 2009

Klarstellung zu einem blogcommentar - Teil 2

Auf mein Posting "Kulturschock für eine "hörende" Gehörlose" hat sich Kerstin gemeldet, wie man im Kommentarbereich sehen kann.

Daraufhin postete ich: "Klarstellung zu einem Blogcommentar", worauf sich Kerstin abermals meldete, ich hinterliess ihr eine Antwort im Kommentarbereich. Nun finde ich aber die Diskussion so interessant, dass ich sie hier gerne in völler länge reinkopiere:

Kerstin schrieb:

liebe jule,


ich las mir dein posting noch einmal durch, denn es hätte sein können, dass ich etwas überreagiert habe.

doch hier fällt mir wieder auf: während der erste absatz gut zum titel passt (kulturschock bezüglich gehörlosenwelt) - wich der rest total ab hin zum thema homosexualität.

hier ein auszug aus deinem posting:
"Eine der wenigen Homosexuellen, denen man das nicht ansieht. Wobei: Muss/Soll/Darf man sowas jemanden ansehen oder nicht? Am Freitag sah ich übrigens auf einem Vortrag für Gehörlose im Publikum einen eindeutigen Homosexuellen, der so schwul war wie
im Lehrbuch."

was willst du damit sagen? im zusammenhang mit dem titel? dazu: "wie im lehrbuch" - im lehrbuch wird nur bestimmtes, ausgewähltes reingeschrieben, denn ein buch alleine hat niemals genügend platz für so viel vielfalt, das es auf dieser erde gibt.
und in "deinem" lehrbuch steht: "so schwul war wie im lehrbuch" - ich kenne diesen mann, von dem du redest. es stimmt, er wirkt nicht besonders "männlich". es gibt aber auch männer, die sich so wie er verhalten, und sind dennoch definitiv nicht schwul.
daher denke ich, dass "dein lehrbuch" für mich reines schubladendenken ist, sorry!

und: "Ist es gut oder schlecht, wenn man jemandem seine sexuelle Gesinnung ansieht? Weder noch. Das ist eine der Fragen auf die es keine richtige oder falsche Antwort gibt, finde ich."

darüber schreiben, zeigt, dass du dich damit beschäftigst. schön und gut, aber im zusammenhang mit deiner "idealvorstellung von homosexualität", zu denen du bestimmt nicht gehörst und demzufolge du nicht viel darüber weißt, kriege ich bauchschmerzen, weil es so vorurteilsbeladen ist.

sorry, dass ich so direkt bin, aber diese worte tun mir weh! :-(

Darauf meine Antwort:

Liebe Kerstin,

ich habe mich lediglich mit der Frage auseinandergesetzt, ob es gut wäre, wenn man jemandem ansehen würde, dass dieser homosexuell ist? Allein schon die Fragestellung deutet schon darauf hin, dass ich es SCHLIMM finde, dass man sich Gedanken darüber macht, ob es gut oder schlecht wäre und dass die sexuelle Ausrichtung in unserer Gesellschaft immer noch ein Tabuthema ist.

Ich habe überhaupt keine Idealvorstellung von der Homosexualität, bloss eine Idealvorstellung von einer Gesellschaft, die viel toleranter und offener ist, so das es keine Randgruppen mehr gibt.

Fakt ist doch: Im Fußball soll es angeblich keine homosexuellen Spieler geben - da traut sich keiner zu einem Outing. Woran liegt das? Doch natürlich an dem Bild des Homosexuellen wie dieser im "Lehrbuch" und in den Medien gezeichnet wird!

Ich glaube, wenn sexuelle Ausrichtung kein Tabuthema mehr wäre in unserer Gesellschaft, dann wären die Leute verblüfft, dass Homosexuelle eben nicht nur Klischeeberufe wie Friseur, Viagist, Modestylisten usw. bekleiden, sondern auch untypische, "männliche" Berufe.

Also, es tut mir leid, wenn ich dir Bauchscherzen bereitet habe, dies war nicht meine Absicht.

Und Vorurteile gegen Homosexuelle habe ich auch nicht.

Lg, Jule

Nachtrag vom 22. Juli 2009: Kerstin hat sich bei mir per Mail gemeldet, da sie den Blogeintrag komischerweise nicht kommentieren konnte wie gewohnt - sie hat nun keine Bauchschmerzen mehr beim Lesen meines Beitrags. ;-)

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