Freitag, 21. August 2009

Präsident Obama macht derzeit Urlaub auf der "Insel der Gehörlosen"

Und zwar auf Martha's Vineyard, einer Insel vor Cape Cod. Die Insel ist heute im öffentlichen Gedächtnis mehr bekannt als die Insel der reichen Sommerfrischler wie z.b. die Kennedy-Familie oder die Clintons. Ein Teil der Insel ist übrigens bekannt durch den Chappaquiddick-Autounfall von Edward Kennedy, die ihn 1969 die Möglichkeit amerikanischer Präsident zu werden, kostete.

Aber früher zu Beginn des 17. Jahrhunderts war diese Insel ein Paradies für Gehörlose, denn dort war der Anteil der Gehörlosen überdurchschnittlich hoch durch eine erblich bedingte Taubheit. Fast jeder vierte Einwohner war gehörlos und somit konnten auch die Hörenden die Gebärdensprache, was dazu geführt hat, dass es keinerlei Sprachbarrieren gab.

Mit dem Beginn des 19. Jahrhunderts änderte sich die Lage - die Insulaner zogen auf das Festland, da ein nahegelegenes Ferienparadies immer mehr Festlandbesucher anzog, womit das dörfliche und gemeinschaftliche Leben immer mehr zerfiel.

Die Gebärdensprache der "Insel der Gehörlosen", die Martha's Vineyard Gebärdensprache wurde zu einer Grundlagenbasis für die American Sign Language, kurz ASL.

Viele Gehörlose träumen von so einem Paradies - Martha's Vineyard war ja schließlich keine Utopie.

1 Kommentar:

  1. Das ist ja mal ein interessanter Hinweis -- danke!

    Zu deinem letzten Satz allerdings: Wahrscheinlich meinst Du mit "Paradies" ja nur dass dort so ziemlich jeder gebärden konnte. Das kann ich nachvollziehen. Ansonsten aber finde ich so Insel-Träume sehr zwiespältig. Klar, jeder ist mal reif für die Insel. Die Umgrenztheit, Abgeschlossenheit und auch Homogenität von Inseln hat die Menschheit ja schon wohl schon immer fasziniert. Aber es hat auch was Ghettohaftes. Und das finde ich ist keine Lösung.

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