Samstag, 5. September 2009

Paralympics versus Deaflympics

Die Paralympics sind heute anerkannt im öffentlichen Gedächtnis und werden mittlerweile ganz selbstverständlich im Fernsehen übertragen und haben ihren Weg in die Berichterstattung der Zeitungen gefunden.

Doch was ist mit den Deaflympics? Kein Wort findet man dazu im Fernsehen. Heute war die Eröffnungsfeier - diese Spiele finden also in aller Stille statt. Google spuckt zwar mit dem Stichwort "Deaflympics" einige nette Berichte aus. Einige Berichte bemängeln auch die "Weigerung" der Medien den Deaflympics die gleiche Berichterstattung wie den Paralympics einzuräumen.

Die Deaflympics hätten diese Würdigung allemal verdient - denn sie sind das älteste Ereignis im Behindertensport - erstmals fanden diese 1924 in Paris statt. Dennoch blieben sie eine Randerscheinung unter den Veranstaltungen im Sport der Menschen mit Behinderungen. (Ich habe lange überlegt, ob ich Behindertensport schreiben soll, aber irgendwie klang das so abwertend und nicht gleichwertig mit "normalem" Sport.)

Ein alter Zirkusspruch sagt: "Der Applaus ist des Artisten Brot." Die gehörlosen Athleten aller Welt haben die gleiche Wertschätzung verdient wie die Athleten der Paralympics, die der Special Olympics aber auch!

Meiner Meinung nach ist es wichtig nicht nur über die Paralympics zu berichten, sondern auch über die Deaflympics oder über die Special Olympics, denn das hilft beim Brückenschlag zwischen Nichtbehinderten und Menschen mit Behinderungen.

Steffi Nerius, die derzeitige Weltmeisterin der Speerwerferinnen, die jüngst ihre Karriere beendet hat, betreut in ihrem Heimatclub den Behindertensport und betreute bei den Paralympics in Athen 2 Spitzensportler. Sehr sympahtischer Zug von ihr, denn öffentlich wird diese Förderung des Behindertensport zwar als sympahtisch wahrgenommen, aber darüber hinaus besteht kein Interesse daran.

Schade um diese vertanenen Chancen!

Kommentare:

  1. Ehrlich gesagt, ich verstehe nicht, warum gehörlose Sportler nicht bei den Olympischen Spielen starten. Vielen dürfte das möglich sein, wenn sie gut genug sind. Ich bin sogar dafür, die Paralympics in die Olympischen Spiele zu integrieren und halte nicht viel von irgendwelchen Sonderveranstaltungen außer zu kulturellen Zwecken. Aber dann ist der Grund der Veranstaltung ein anderer...

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  2. @Christiane:
    Gehörlose können durchaus bei den Olympischen Spielen starten. 2000 hat der gehörlose Südafrikaner Terence Parkin Silber über 200-Meter-Brustschwimmen gewonnen und ist im Jahr darauf bei den Deaflympics in Rom auf den Startblock gestiegen.

    Weil aber Gehörlose aufgrund ihrer Behinderung nur in ganz wenigen Fällen das Niveau hörender Spitzensportler erreichen können (Gleichgewichtssinn, Orientierung, Zurufe, Anfeuerung...), ist es nur fair, dass es die Deaflympics gibt.

    Ich bin übrigens als Reporter vor Ort in Taipeh und berichte auch.

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