Mittwoch, 28. April 2010

Vom Plädoyer der Gleichheit auch bei Andersartigkeit

Der eine oder der andere weiß es längst: Seit einem guten Jahr hat Hundebaby Maja bei uns das Sagen. Neulich wurde sie 16 Monate alt und ist aber noch sehr verspielt wie das halt so ist bei Kleinkindern. ;-)

Warum ich das hier erwähne? Manchmal neige ich zu seltsamen, scheinbar weit hergeholten Zusammenhängen, die am Ende dann doch passen. Maja ist eine Dackel-Jagdhund-Dame - also von der Körpergröße ein "UntermKnieHund", da optisch mehr der Dackel rauskommt, aber an der Beinlänge merkt man den Jagdhundeinschlag.

Normalerweise bin ich auch nicht so der Fan von solchen kleinen Hunden, aber es kommt eben immer alles anders als man denkt.

Aufgrund dieser Tatsache konnte ich die Feststellung machen, dass die Allgemeinheit dazu neigt, kleinen Hunden nicht viel zutrauen. Einfach aus dem Grund, dass der Hund klein ist und gut auf den Arm genommen werden kann.

Aber ist Hund nicht gleich Hund?

Gehörlosen und Schwerhörigen wird auch oft nicht viel zugetraut, obwohl bloss die Ohren mehr oder weniger außer Betrieb sind. Aber ist Mensch nicht gleich Mensch?

Maja kann mit ihren 16 Monaten schon längst die Sachen, die ein gleichaltriger größerer Hund auch kann und darüber sind die Leute immer wieder so erstaunt: "Sie kann das? Aber sie ist doch ein kleiner Hund!"

Erinnert mich an solche Fragen wie:"Du darfst Auto fahren? Aber du hörst doch nichts!"

Maja rennt genauso locker neben dem Fahrrad mit wie ein großer Hund und bleibt auch stehen auf Zuruf, wenn wir die Straßenüberquerung erreichen. Und sie kann sogar ohne Leine vor einem Supermarkt warten, bis ich eben wieder rauskomme.

Sie kann das alles. Und warum? Wir behandeln sie nicht anders als ihren Vorgänger Paul, der schließlich ein belgischer Schäferhund war und damit ein "ÜberKnieHund".

Sie ist ein kleiner Hund - Na Und?

Gehörlose und Schwerhörige können nichts oder nicht viel hören - Na Und? Sie können das alles auch, was ein normalhörender Mensch kann - nur eben nicht telefonieren. Aber das ist kein Grund, anders behandelt zu werden von der Gesellschaft, sei es auf dem Gebiet der Schulpolitik bzw. Bildungspolitik, durch fehlerhafte Informationspolitik im Fernsehen durch fehlende Untertitel und Gebärdensprache oder auch im beruflichen Bereich.

Und hier lasse ich Marlee Matlin sprechen - es geht um soziale Gleichheit für alle - inklusive Menschen mit sämtlichen Behinderungen.



Die deutsche Fassung von Matlins Rede:

Was bedeutet Soziale Gerechtigkeit für Dich?
Für mich:
Es bedeutet dass jede Person jeglicher Behinderung ein Recht darauf hat, gleichberechtigt behandelt zu werden. Gleichberechtigt in den Bereichen Politik, Ökonomie / Wirtschaft oder auch Aufstiegsmöglichkeiten auf der Arbeit.

Weltweit leben 1 von 10 Menschen mit einer Behinderung, das sind fast 650 Millionen Menschen. Davon sind 3/4 im arbeitsfähigen Alter.

Welche sind zum Beispiel Ungerechtigkeiten für Menschen mit einer “behinderten Auffälligkeit”?
Behinderte Menschen haben weniger Chancen, aus der Armut auszusteigen. Behinderte Frauen sind eher von Armut betroffen als behinderte Männer sowie nicht-behinderte Frauen. In den USA verdienen Menschen mit Behinderungen wesentlich weniger als die ganzen ethnischen Minderheiten sowie sämtlichen Rassengruppen zusammen.
Mehr als 90% der behinderten Kinder in Entwicklungsländer besuchen keine Schule.

Soziale Gerechtigkeit ist für j e d e n von uns gedacht, inklusive Menschen mit Behinderungen. Und Menschen mit Behinderungen müssen in die Gesellschaft integriert werden. Sie sollen auf dem Arbeitsmarkt gleichwertig behandelt werden und brauchen Gesetze, die ihre Bedürfnisse berücksichtigen. Wir wissen aus Erfahrung, dass, wenn behinderte Menschen eine Arbeit finden, die zu ihrem Wissen und ihren Fähigkeiten passen, sie ausgezeichnete Arbeitnehmer sind und einen außergewöhnlichen Beitrag auf ihrem Arbeitsplatz leisten.

Ist Soziale Gerechtigkeit möglich für alle?
Ja! – wenn wir auf jeden von uns zählen können. Das bezieht Menschen mit Behinderungen mit ein. Wenn wir alle zusammen arbeiten, helfen wir dadurch, dieses Ideal umzusetzen für Hunderttausende, wenn nicht gar Millionen von Menschen auf der ganzen Welt in verschiedenen wirtschaftlichen Situationen.


Meinen besten Dank an Kerstin Braake für die Übersetzung des Videos - ich hätte das auch alleine hingekriegt, aber abschreiben ist doch viel einfacher - also ♥ Dank!

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