Sonntag, 3. Januar 2010

So kann man doch nicht berichten!

Ich bin über diesen Zeitungsbericht hier gestolpert, es geht um einen Fotografen, der auch als Gebärdensprachdolmetscher arbeitet. So weit, so schön. Aber der Artikel strotzt nur so von Fehlern, die nicht nachvollziehbar sind für mich.

Auf der Couch mit Michael Krupinski

Die Einleitung liest sich ja ganz einfühlsam, aber dann stellen sich meine Haare zu Berge auf, wenn ich das hier lese: "Krupinskis Eltern sind gehörlos, also taub und stumm." Hä? Hat da die Volontärin Julia Weigelt versucht das Wort "gehörlos" als das neue "taubstumm" zu verkaufen?

Und so geht's weiter im Artikel - da wird von einem Gehörlosen berichtet, der sein Autoradio von der Werkstatt auf Maximum eingestellt bekam und als scheinbarer Verkehrsrowdy zur Rechenschaft gezogen wurde. Der Widerspruch ist doch offensichtlich - ich kenne genügend Gehörlose, die mit voller Lautstärke und das ganz wissentlich Auto fahren, damit sie noch etwas von der Musik bemerken. Man kann mir nicht erzählen, dass ein Gehörloser die Vibrationen des Autoradios nicht mitbekommen hat! Ich denke eher, es war die Schlitzohrigkeit der Gehörlosen an sich, die ihn dazu brachte sich "dumm" zu stellen für die Polizei. ;-) Aber vielleicht war es ja wirklich so, dass dieser Gehörlose nicht gemerkt hat.

Der Artikel ist eigentlich nett, aber er ist sehr unausgegoren und mich stört, dass Gehörlose als hilfsbedürftige Menschen dargestellt werden, die auf den guten Willen ihrer Umwelt angewiesen sind.

Schade, dass das Potential, dass in dem Artikel steckte, nicht ganz zum Zuge kam, denn daraus hätte man wirklich mehr machen können.

Man hätte z.b. den Fotografen fragen können, ob er als Fotografen durch die Linse mehr sieht, weil er von seinen Eltern vermutlich das visuelle Sehen übernommen hat...

Schade darum!

1 Kommentar:

  1. Recht hast du! Und Dolmetscher ist er sicher auch nicht. Von einer Prüfung oder Ausbildung wurde zumindest nichts geschrieben!
    Gruß Karin

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