Freitag, 25. Juni 2010

Keinen Dolmetscher bestellt, aber es war einer da!

Amerika, du hast es gut- du stellst deinen Bürgern ganz selbstverständlich bei öffentlichen und vielen wichtigen Ereignissen einen Gebärdensprachdolmetscher und Live-Untertitelung zur Seite.

Heute war ein wichtiges Ereignis im Leben meiner kleinen Cousine, die für mich immer meine kleine Cousine sein wird, obwohl sie doch schon mehr als 2 Köpfe größer wie ich ist, was bei meiner Körpergröße wirklich kein Kunststück ist.

Sie bekam ihr Abiturzeugnis überreicht und dazu waren wir herzlichst eingeladen. Da saßen wir alle also eingepfercht in einer stickigen Turnhalle und warteten auf den Höhepunkt. Aber erst mal folgten die Reden und ich beschäftigte mich mit meinem Blackberry zur Ablenkung, schon praktisch so ein Ding. Dann irgendwann bemerkte ich, dass der halterlose BH, den ich unter meinem weißen Top mit Tesa fixiert hatte, keinen Halt mehr hatte und verzog mich nach hinten an die Sprossenwand, um umgestört rumfummeln zu können. Was ich allerdings NICHT bedacht hatte: Über mir saßen stramme bayerische Jungs in Lederhosen auf der Sprossenwand und hatten einen wunderschönen Überblick über meine Fixierungsversuche.

Nun ja, jetzt hatte ich erst recht die Schnauze voll von dem Abiturgedöns, weshalb ich mich mit einem Buch nach draußen verzog und erst zur Pause auftauchte.

"Es ist ein Gebärdensprachdolmetscher da!" informierte mich meine kleine Cousine und wir machten uns auf die Suche nach dem Dolmetscher, damit wir fragen konnten, ob er für den 2. Teil auch für mich mitdolmetschen könne?

War gar kein Problem - das gehörlose Elternpaar der Mitschülerin meiner Cousine entpuppte sich als die Familie Wilmerdinger, welche in der Gehörlosenwelt recht bekannt ist!

Das heute war mal wieder ein schönes Beispiel dafür, dass die Welt wirklich klein ist - nicht nur die der Gehörlosen, sondern im gesamten Kontext. Ich habe mir einen Dolmetscher gewünscht und das Universium hat mir den Wunsch erfüllt. Erfüllen sich Wünsche wirklich dann, wenn man sich was wünscht und gleichzeitig beim Wünschen den Wunsch loslässt, damit er erfüllt werden kann?

Was ich übrigens noch von diesem Tag gelernt habe: Die Lautstärke einer klatschenden Turnhalle erreicht locker die Lautstärke einer Vuvuzela, denn DAS Klatschen war selbst in meinem Fall nicht zu überhören.

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