Montag, 26. Juli 2010

Der Mailänder Kongress ist Geschichte im doppelten Sinn!

Die Beschlüsse des Mailänder Kongress waren für die Bildung und Erziehung Gehörloser in Europa gravierend und tief einschneidend, denn der Kongress beschloss das Verbot der Gebärdensprache als Unterrichtssprache an den Schulen und somit war es auch ein Berufsverbot für die damaligen gehörlosen Lehrer an den Schulen.

Über die fatalen Folgen habe ich hier bereits mal gebloggt:

Die Folgen des Mailänder Kongress von 1880

Am 20. Juli 2010 hat die Internationale Konferenz zur Bildung und Erziehung Gehörloser(ICED) in Vancouver, Kanada beschlossen, die Beschlüsse des Mailänder Kongress aufzuheben und die negativen Folgen des Kongress mit Bedauern zur Kenntnis genommen werden. Außerdem auch alle Nationen dazu aufgerufen hinsichtlich der Bildungsprogramme für Gehörlose alle Sprachen und Kommunikationsformen zu respektieren!

Ein einziger Satz, aber in dem Satz steckt viel Sprengstoff, denn damit wird anerkannt, dass der Oralismus nicht der einzige Weg ist, wenn man mit Gehörlosen arbeiten möchte und es könnte bewirken, dass in der Lehrerausbildung für Gehörlose in Deutschland und Europa bald festgelegt wird, dass Lehrer die Gebärdensprache können müssen, was ja eigentlich selbstverständlich sein sollte! Oder kann man sich einen Spanisch-Student vorstellen, der keinen einzigen Satz Spanisch kann, den man aber im spanischsprechenden Ausland in ein Klassenzimmer schickt?

Eben!

1 Kommentar:

  1. Jap, das ist doch mal was Gutes.
    Glückwunsch an die Gehörlosen, die sich da en-
    gagiert haben (ohne das wäre diese Erkenntnis wohl immer noch nicht gekommen).

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