Dienstag, 10. August 2010

Clevere Idee für das ZDF und alle anderen Fernsehsender

Gestern bekam ich eine verdammt clevere Idee auf dem silbernen Tablett überreicht, die in ihrer Einfachheit bestechend genial ist.

Bisher dachte ich immer, dass Schreibdolmetscher glänzend bei Fernsehstudios aufgehoben wären, weil sie die ganzen Filme untertiteln könnten und auch für Live-UT sorgen könnten, aber das Problem ist, dass es zu wenige Schreibdolmetscher gibt in Deutschland.

Arthur Ortega, der Schöpfer dieser cleveren Idee, sagte zu mir: "Die könnten alle Texte von einem gelernten Nachsprecher mittels z.B. "Dragon Dictate" einsprechen und einspielen. Sie bräuchten halt über den Tag über jeweils "Nachsprecher" die alles gesagte im Tonstudio auf "Dragon Dictate" einsprechen.

Eigentlich überhaupt nicht der Rede wert, zu erwähnen, dass Arthur Ortega ein blinder Diplom-Informatiker ist, der sich mit der Barreriefreiheit beschäftigt, aber genau dieser Aspekt zeigt immer wieder, wie wichtig es ist, das Behinderte ein Mitsprachrecht bekommen solch wichtigen Fragen, denn wir sind es gewöhnt um die Ecke zu denken und auf Lösungen zu kommen, auf die man sonst nicht gekommen wäre.

Dragon Dictate ist eine KOSTENLOSE Iphone-App, also schon mal ein kostenfreier Aspekt.

Im Fernsehen sollten nun wirklich gelernte Sprecher herumsitzen, denn dortige Angebot ist nicht so knapp wie bei den Schriftdolmetschern.

5 Vollzeitnachsprecher würden 40000 Euro im Jahr kosten, was 200000 Euro im Jahr macht, zusätzlich noch ungefähr 100000 Technikkosten, da kommt man auf NUR 300000 Gesamtkosten im Jahr, womit man auf 100% untertiteltes Programm wäre.

Wenn man das die 30000 Euro in Relation zu dem 30-Millionen-Nachrichtenstudio vom ZDF setzt, kommt heraus, dass umgerechnet 1 Jahr 100% Untertitelung im ZDF nur 1% der 30 Millionen Euro ausmacht.

Simple Mathematik und erschreckend logisch. Erschreckend erbärmlich, was simple Mathematik ans Tageslicht bringt.

Eigentlich wäre es überhaupt nicht nötig, dass die GEZ von uns Behinderten nun 6 Euro pro Monat Gebühren fordert, denn das Geld ist vorhanden bei den Öffentlich-Rechtlichen. Wohin fliesst dann das Geld? In Spartensender.

Die GEZ will ja aktuell, dass Gehörlose und Schwerhörige ab 2013 auch Gebühren in der Höhe von 6 Euro beisteuern müssen, nur lässt sich natürlich anhand der vorgerechneten simplen Mathematik natürlich fragen, ob manche Fernsehsender überhaupt nötig haben.

Wie seht ihr denn das?

Kommentare:

  1. Bitte nicht. Die Spracherkennung wird schon bei Sportveranstaltungen eingesetzt und ist in meinen Augen die derzeit schlechteste Art von Untertiteln, da Spracherkennungen zum Einen noch keine 100%ige Erkennungsleistung haben (alleine die ganzen Sportlernamen machen schon Probleme; und die sind vorher geübt worden) und es durch die technische Infrastruktur zum Anderen zu großen Verzögerungen kommt.
    Bei aufgezeichneten Sendungen sind daher in meinen Augen vorproduzierte Untertitel Pflicht, die dann auch für alle Beteiligten einfacher und stressfreier sind, da man nicht unter permanenter Anspannung steht und für die Platzierung und Formulierung der Untertitel genug Zeit.

    BTW: 5 Sprecher würden nicht reichen, da diese meines Wissens immer im Tandem arbeiten. Dazu kommt, dass du mit 5 Teams und 16 Stunden Untertitelung pro Tag wahrscheinlich auch schon Probleme bekommen dürftest, eine Schichteinteilung hinzubekommen, die unter Berücksichtigung von Vorbereitungszeit, freien Tagen, Urlaub oder Krankheit alles abdeckt.

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  2. Ich gebe Lars Recht. 5 Sprecher reichen nicht aus und der Job ist knochenhart. Da bräuchte man schon ca. 100 Leute davon, um die ganze Fernsehlandschaft mit Untertitel zu versorgen. Das Fernsehprogramm läuft rund um die Uhr, also 24 Stunden lang!
    Wir von Aktion Untertitel haben auch schon mit dieser Möglichkeit geliebäugt, mussten jedoch feststellen, dass dies sich nicht mit der Realität vereinbaren lässt.
    Jedoch bei der Vorproduzierung lässt sich noch viel machen und ist machbar, da hast du absolut Recht, Jule!

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  3. Zur Frage nach den GEZ-Gebühren: Ich bin blind. Für mich persönlich wären mehr Hörfilme (Filme, in denen Visuelles in den Dialogpausen beschrieben wird) im TV nötig. Da stehen wir im Moment noch immer bei viel zuwenigen Ausstrahlungen, dabei kostet ein Hörfilm von 90 Minuten auch nur rund 5000€, was auf die Produktionskosten eines Films umgerechnet ein minimal kleiner Betrag ist. Wenn die anvisierten 6€ pro Gebührenzahler wirklich vollständig in den Ausbau der Barrierefreiheit fließen würden, könnte ich damit leben. Wenngleich Du natürlich recht hast, dass die TV-Anstalten das Geld für Untertitelung - und für Hörfilme - auch woanders locker machen könnten.

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