Dienstag, 17. August 2010

Eine Kritik an die Aachener Zeitung

Die Aachener Zeitung hat einen Bericht über die Gebärdensprachdolmetscherin Magdalena Meisen gebracht und verwendet darin das Wort "Gebärdendolmetschen".

Richtig ist: Gebärdensprachdolmetscherin.

Hier geht es zum Artikel über Magdalena Meisen:

Reden ohne Worte, hören mit den Augen

Ich kann einfach nicht nachvollziehen, wie man in einem Artikel das richtige Wort Gebärdensprache verwendet und aber dann die falsche Berufsbezeichnung verwendet.
Und dieser Fehler passiert den Journalisten immer wieder, was ich nicht nachvollziehen kann, wenn man eigentlich im Internet zuhause sein sollte von Berufs wegen.

Diesen Artikel hier habe ich auch schon kritisiert:

Kampf gegen Mißverständnisse

Dank der Interviews, die ich führen durfte in den letzten Wochen, ist mir noch eins aufgefallen: Man kriegt ja vor dem Druck ja noch mal das gesamte Interview bzw. den Bericht zum Gegenlesen. Warum gab es keinen Einspruch von Magdalena Meisen und dem Berufsberater Kai Wehner? Bei dem gehörlosen Berufsberater kann ich es ja noch ein Stück weit verstehen, aber bei einer Hörenden, die als Gebärdensprachdolmetscherin arbeitet?

Und noch mal als wichtigen Hinweis:

Es heißt nun mal korrekt so!

Ein wichtiger Hinweis für Medienschaffende

Und da in der Kürze die Würze liegt:

NoGo's: Taubstumm, Taubstummensprache, Gebärdendolmetscher!

Go's: taub, gehörlos, schwerhörig, hörgeschädigt, hörbehindert, Gebärdensprache, Gebärdensprachdolmetscher...

Kommentare:

  1. Sorry, aber was ist daran so schlimm, das verstehe ich irgendwie nicht. Die schreiben das ja sicher nicht um jemanden anzugreifen...

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  2. Sicherlich wird es nicht verwendet, um jemandan anzugreifen, aber es hinterlässt einen unglücklichen Eindruck.

    Es ist einfach falsch, außerdem habe ich bereits erläutert, weshalb.

    Ich will nicht, dass dieses Wort eingefalscht wird.

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  3. Meinst Du nicht, daß einige Gehörlose auch ein Problem mit dem Wort "hörbehindert" haben?
    (Ich dachte doch, das Selbstverständnis hieße, Gehörlose seien gerade NICHT behindert?)

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  4. Natürlich sind Gehörlose nicht behindert im eigentlichen Sinn, sie können alles, nur nicht hören. Und die Gehörlosen & Schwerhörigen haben eine eigene Kultur und Sprache, was keine andere Behinderung hervorgebracht hat.

    Aber da das Wort hörbehindert eigentlich ganz gut den Nagel auf den Kopf trifft, dass man eben "nur" nicht hören könne, halte ich also nicht dogmatisch am Verbot für dieses Wort in der Berichterstattung fest.

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  5. gibt es eigentlich Zahlen/Statistiken, wieviele Hörende die Gebärdensprache lernen? Und wollen darunter alle GebärdenSPRACHdolmetscher werden oder betrachten es einzelne auch einfach als "weitere Fremdsprache"?

    Würde mich persönlich interessieren.

    Gruß,Felix

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  6. Ob es Zahlen oder Statistiken dazu gibt, weiß ich nicht.

    Aber es wollen definitiv nicht alle davon die Gebärdensprache zum Beruf machen, sondern es gibt viele, die sich einfach dafür interessieren.
    (Und selbst die, die es beruflich verwenden wollen, sind nicht alle Gebärdensprachdolmis, sondern wollen ihre Dienste z.T. direkt in DGS anbieten können; hatte z.B. mal in der Apothekenumschau von einer Apothekerin gelesen, die gebärden kann und damit gehörlose Kunden besser beraten kann.)

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  7. Es heißt Missverständnisse, nicht Mißverständnisse.

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