Montag, 21. Februar 2011

Die Qualität der Untertitel durch BBC

lässt sich einfach erklären: Sie benützen professionelle Nachsprecher und ein Spracherkennungsprogramm, was man hier im Video sieht:



Der Nachsprecher erklärt auch, dass es eine ziemlich unnatürliche Art zu sprechen notwendig ist, damit die Spracherkennungssoftware auch das Wort klar erkennt und man sieht, dass er Kopfhörer aufhat, damit er genau nachsprechen kann, was der Reporter im Bericht sagt. Besonders gut sichtbar ab 1:07 sowie 3:07 im Video.

In Deutschland ist es meistens der Fall, dass zwar eine Spracherkennungsoftware vorhanden ist und auch eingesprochen wird, aber die Nachsprecher sprechen EBEN meistens NICHT den Text des Sprechers nach, sondern fassen das Gehörte zusammen. Besondes gut sichtbar bei Fußballspielen: Da dürfen die Untertitelreporter der ARD sich total austoben, womit erklärt ist, warum das Gesprochene sich so total von dem Inhalt der Untertitel unterscheidet - dieser Satz hier "Der Untertitel-Reporter muss das Geschehen dann spontan in gesprochene Sprache umsetzen. Soweit sind die Tätigkeitsmerkmale identisch mit Radio- oder Fernsehreportern." auf den Untertitel-Seiten der ARD sagt alles.


Die BBC benützt übrigens Scroll-Up-Untertitel anstatt der hierzulanden üblichen verkürzten Block-Untertitel, womit eine hochwertige 1:1-Untertitelung möglich ist - das Scroll-Up verwenden auch übrigens die Schweizer, wie man in diesem Video sehen kann:



Trotzdem war es auch interessant für mich, die Kommentare unter dem BBC-Video zu lesen. Die britischen Gehörlosen wünschen sich noch bessere Untertitel und dort herrscht auch zum Teil die Meinung vor, dass man NICHT alles untertiteln kann, weil das gar nicht mehr lesbar ist - dies vielleicht für ungeübte Hörende, aber nicht für Gehörlose, die ungefähr tausend Sachen zugleich mit den Augen tun. ;-)

Ich bin gespannt, wann wir in Deutschland endlich hochwertige Untertitel im Fernsehen bewundern dürfen.

Kommentare:

  1. Hi, ich fand das Video vom BBC sehr interessant und da wurde am Ende gesagt, dass man festgestellt hat, dass Untertitel, die sich weniger bewegen besser sind, weil man dann öfter auf das Bild schauen kann. Im Vergleich der beiden Videos würde ich sagen, es stimmt. Bei den scrollenden UT, hab ich kaum aufs Bild schauen können. Geht es dir da auch so? Oder liegt es vielleicht daran, dass ich es nicht gewohnt bin?

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  2. Dass im englischen Fernsehen fast alles, auch Live-Sendungen und Anschrei-Talkshows (à la "Oliver Geißen"), untertitelt ist, hat mich damals sehr gefreut und fasziniert. Während meines sozialen Jahres vor 6 Jahren hatte ich viel Zeit zum Fernsehen. :) Die Seite 888 im Videotext wurde immer direkt nach dem Einschalten aufgerufen. So habe ich schneller englisch gelernt und mich nebenbei auch an das Multitasken (gleichzeitig das Bild, den Ton und die Untertitel aufnehmen) gewöhnt, was mir jetzt beim schauen von ausländischen Filmen und Serien sehr zugute kommt.

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  3. Super! Sehr, sehr interessant. Danke wieder einmal für einen äußerst informativen post. Insbesondere der Clip von BBC2 gibt viel Info, danke fürs Teilen.

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  4. Hallo aus der Schweiz:
    In der Zwischenzeit sind die rollenden Untertitel wieder aufgegeben worden und es werden wieder Blockuntertitel gesendet. Allerdings mit ziemlich hoher Geschwindigkeit. Mit dieser Technik können die Re-Speaker Fehler noch schnell von Hand korrigieren. Und vor allem Schwerhörige haben reklamiert, das die rollenden Untertitel für sie zu schwierig sind zum Lesen. Meine Erfahrung ist auch, dass Block-Untertitel besser gelesen werden können als rollende Untertitel.
    Die Qualität in der Schweiz ist sicher auch nicht perfekt, aber sie ist wesentlich verbessert worden gegenüber der letzten wenigen Jahre.

    Und wir Schweizer profitieren auch gerne von den Untertiteln aus Deutschland und Oesterreich ;-) Danke dafür!

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  5. Mal eine - vielleicht etwas "dumme" - Frage:

    Brauchen Gehörlose auch bei einem Gebärdenvideo ergänzend Untertitel? Ich kann selbst nicht gebärden, aber ich sammle Infos über das Thema. Dabei habe ich gelernt, dass es auch bei Gebärden "Dialekte/Unterschiede" gibt. Das würde doch bedeuten, dass zum Beispiel ein Österreicher einen gebärdenden Berliner vielleicht nicht eindeutig versteht und von Untertiteln profitieren würde. Nur wäre der Untertitel dann ja wieder in Deutsch, als eine ganz andere "Sprache"?

    Oder stelle ich mir das zu verdreht vor?

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