Samstag, 19. Februar 2011

Gestern sollten die Deaflympics in der Slowakei beginnen...

Wie wir ja mitbekommen haben, wurden die Spiele 1 Woche vor Beginn abgesagt, was ein Schock war für die gehörlosen nominierten Athleten aus aller Welt. Einige Teams, darunter auch das deutsche Team zum Teil, waren bereits angereist und erfuhren die Absage direkt vor Ort.

Hier der Blogeintrag dazu: Die Deaflympics sind abgesagt worden!

Diese Absage ist bisher einmalig in der Geschichte des Gehörlosensport - sowas gab es bisher noch nicht.

Und heute erfuhr ich, dass die Regierung Slowakei's, also das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Sport die Deaflympics nie unterstützt und genehmigt hat und daher auch nichts mit den Spielen zu tun haben wollte, außerdem kam raus, dass Herr Jaromir Ruda ein international bekannter Betrüger ist, der schon mal im Gefängnis saß und, weil er schon mal viel Geld veruntreut hat. Außerdem hat das Internationale Olympische Komitee (ICSD) eine Strafanzeige gegen Herrn Ruda eingereicht.

Es gibt 2 Gründe für das Scheitern der 17. Winter-Deaflympics: Es gab Probleme in der Kommunikation zwischen dem Internationalen Komitee der Gehörlosen und dem slowakischen Deaflympics-Komittee und auch mit den Gemeinden im Austragungsort.

Außerdem war überhaupt kein Geld da - es fehlten mindestens 2 Millionen Euro für die Austragung der Spiele, wovon Herr Ruda mindestens 1,5 Millionen veruntreut haben soll!

Was bleibt? Ein bitterer Nachgeschmack und die tiefe Enttäuschung aller Sportler, die sich leidenschaftlich auf IHR Event vorbereitet haben.

P.S. Im heutigen "Sehen statt Hören" lief ein Bericht über das deutsche Nationalteam der Gehörlosen, die für die Deaflympics nominiert worden sind. Hier gibt es einen Bericht auf der Seite vom Deutschen Gehörlosen-Sportverband übe den neuen (hörenden) Trainer Christian Schnepf: http://www.dg-ws.de/skialpin_berichte033.php

Typisch war: Schnepf sah überhaupt keine Kommunikationsprobleme, er meinte, er würde schon sehr viel mit Mimik arbeiten und das würde sehr gut klappen. Aber die Sportler beklagten sich, dass er zuwenig Gebärdensprache einsetzen würde und außerdem manchmal zu schnell und zuviel sprechen würde. Die Kommunikation klappt deswegen ganz gut, weil der schwerhörige Skifahrer Philipp Eisenmann die Gebärdensprache kann und so seine Teamkollegen informieren kann und er selbst sagt, es sei schön, dass er seinen Kollegen helfen kann, aber es sei auch eine Belastung für ihn.
Also lieber DGS-Sportverband: Entweder wird Christian Schnepf ein DGS-Kurs spendiert oder man stellt ihm einen Gebärdensprachdolmetscher zur Seite, damit die Kommunikation reibungsfrei abläuft und alle Sportler sich frei von Einflüssen von Außen auf die Anweisung des Trainers konzentieren können!

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