Montag, 18. April 2011

Ich bin dann mal am Gebärden!

Die Überschrift ist ganz bewußt an "Ich bin dann mal weg" von Hape Kerkeling angelehnt, denn für den Film "Samba in Mettmann" hat er Gebärdensprache gelernt.

Dank meiner lieben Kollegin Judith von Gehoerlosblog.com bin ich auf den Videolink gestoßen, den ich euch nicht vorenthalten will, denn im Video beweist Hape Kerkeling im Interview mit Marco Lipski, dass er seinen Humor auch wunderbar in die Gebärdensprache mitnehmen kann:

Samba in Mettmann - Gebärdensprache in einigen Dialogen


Es macht Spaß zu sehen, wie Hape gebärdet, der sowieso schon eine großartige Körpersprache und Mimik hat von Haus aus, womit er es scheinbar locker-flockig fertigbringt hörenden Humor in die Gebärdensprache zu transportieren. Im Gespräch berichtet er von seinen Erfahrungen durch das Erlernen der Gebärdensprache, besonders interessant dürfte sein, dass ihm auch aufgefallen ist, dass Deutschland auch in der Gebärdensprache von Region zu Region reich ist an Dialekten wie auch in der Lautsprache.

Marco Lipski ist in der Gehörlosenszene übrigens eine große Nummer, dort ist er ein bekannter Schauspieler und Comedian, vor allem durch die Darstellung des DEAF CAVEMAN! Auch war er im Jahr 2002 im Kölner Tatort "Schützlinge" zu sehen, wo natürlich einen Gehörlosen spielte.

"Samba in Mettmann" hat deutsche Untertitel, was für einen deutschsprachigen Film sehr selten ist, denn oft wird einfach nicht daran gedacht, dass man die Kaufkraft einer DVD steigern kann, wenn man sie barrierefrei gestatltet für Blinde und Gehörlose, also kann man diese Entscheidung gar nicht hoch genug bewerten und loben!

Wie auch schon im Blogeintrag über den Film"Das Leben der anderen" beschrieben, sind viele deutschsprachige Filme ohne deutsche Untertitel, obwohl diese von den Filmförderungsanstalten der Budnesländer gefördert wurden, deren Budget bei 228,5 Millionen Euro liegt. Und da soll nicht genügend Geld vorhanden sein für eine hochwertige Untertitelung der Filme? Schließlich würden ja nicht nur Gehörlose davon profitieren, sondern auch Menschen, die Deutsch lernen wollen.

Ich plädiere darum in aller Schärfe dafür, dass endlich eine verpflichtende Vorschrift im Rundfunkstaatsvertrag und in den Förderungsrichtlinien der Filmförderungsanstalten eingebaut werden wird, die Untertitel zur absoluten Pflicht machen bei der Austattung!

Update:
Ich habe an Hapes Büro eine Anfrage geschickt, ob ich ihn interviewen darf. Leider bekam ich eine Absage. Schade, aber noch nicht ist aller Tage Abend. So leicht gebe ich nicht auf. ;-)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Falls es nicht klappt zu kommentieren, kann man mir eine E-mail unter der Mailadresse im Blog hinterlassen - derzeit scheint Blogger damit Probleme zu haben. :-( P.S. Beleidigende und unsachliche Kommentare werden nicht freigeschaltet.