Samstag, 16. April 2011

Integration und Inklusion sind doch möglich - Applaus für Kassandra Wedel und Benjamin Piwko! And Shitstorm-Hilfe bitte!

Es gibt Menschen, die mag man sofort auf Anhieb und die bleiben einem auch lange im Gedächtnis haften und so ein Mensch ist die gehörlose Tänzerin und Schauspielerin Kassandra Wedel mit dem zarten Aussehen eine Elfe und dem stahlharten Körper einer Tänzerin - einfach ein Augenschmaus beim Tanzen!

Kassandra ist als erste Gehörlose überhaupt geprüfte ADTV-HipHop-Tanzlehrerin und auch europaweit die erste gehörlose Tanzlehrerin, die ebenfalls auch Hörenden Tanzunterricht gibt. Außerdem hat sie in dem Film "Seidene Stille" die Hauptrolle gespielt - hier gibt es den Trailer zum Film auf You-Tube

Den Film habe ich übrigens noch gar nicht gesehen und kann daher keine Bewertung abgeben, aber der Trailer reicht schon aus, um zu zeigen wie ausdrucksstark Kassandra ist wie viele andere Gehörlose.
Ganz wunderbar gefiel mir dieser Zeitungsbericht vom Dezember 2010 in der Süddeutschen Zeitung über sie: Den Rythmus fühlen Und hier noch einige Fakten auf die Schnelle über ihre Person: Sie tanzt professionell Hip-Hop bei Meisterschaften, leitet einen integrativen Tanzkurs für Gehörlose und Hörende & ist bei der Initiative Gehörlose Jugend e.V. aktiv, außerdem war sie zwei Jahre bei den Münchener Kammerspielen aktiv.

Im Bericht bestellt Kassandra ganz normal beim Gemüsehändler und so, was ich auch tue - gestern Abend habe ich mich sehr bei der Bedienung des Thailänders am Oranienburger Tor beschwert, weil sie das MangoLassi doppelt berechnet hat, da ich mir einen neuen gewünscht habe, da der erste nach der Hälfte des Getränkes plötzlich ganz sauer schmeckte, man kam meinem Wunsch und brachte mir einen neuen. Aber beim Blick auf die Rechnung war ich nicht einverstanden, doppelt zahlen zu müssen. Die Bedienung und ich lieferten uns einen Dialog - sie bestand auf ihrem Standpunkt, dass man für die Zutaten zahlen müsse und ich auf dem Standpunkt, dass sowas Kundenservice sein sollte. Nun, am Schluss sagte ich: "Wenn Sie darauf bestehen, zahle ich das, aber MICH haben Sie HIER nicht mehr als Kundin, weil ich nicht einverstanden bin mit dem Service." Der ganze Dialog fand übrigens lautsprachlich statt.

Und es kommt auch ein Mann: Benjamin Piwko, auf den ich hier schon mal verlinkt habe: "Gehörlose im Job - Karrieren jenseits der Stille" Piwko ist eine anerkannte Kampfsportgröße in der dortigen Szene, außerdem gelernter Stuntfigther und Cheograph für Show und Film.

Für die Hamburger und andere Nordlichter könnte der Besuch von Benjamins EIGENER Kampfsportschule hochinteressant sein, denn wer kann schon sagen: "Ey, mein Lehrer ist Schwarzgürtelträger UND unterrichtet Nahkampftechniken für Antiterroreinheiten. Er fightet nicht nur mit den Händen, sondern kann auch damit sprechen." ;-)

Im Spiegel-Video hier zeigt er übrigens, wie gut er das kann: Gebärdensprach-Videoquiz mit Benjamin

Sein Lebenslauf ist SEHR beeindruckend, aber der von Judith Hartman, Deutschlands erster gehörloser Rechtsanwältin übrigens auch!

Hier gibt es eine Spiegel-Fotostrecke zum Thema: "So kreativ kann Sprache sein - die Gebärdensprache ist überaus kreativ!"

Warum ich über Kassandra und Benjamin berichte? Ganz einfach: Die beiden sind heute um 17:45 Uhr bei "Menschen - das Magazin" auf ZDF zu sehen: "Leben in der Welt der Stille - Gehörlosigkeit, die unsichtbare Behinderung" - hier der Link zur Sendung: "Menschen - das Magazin". Und hier gibt es den Link zur Mediathek!

Ich hoffe, dass dieser Sendungshinweis nicht zu spät kommt für die meisten Leser hier - ich selbst werde den Bericht hier in Berlin wohl leider nicht anschauen können mit Untertitel, da es mir terminlich leider überhaupt nicht passt.

Da ich Kassandra persönlich kenne und finde, dass sie und ihre HIP-HOP-TanzGruppe "Nikita" etwas Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit verdient haben, denn Supertalent-Dritter Tobias Kramer, genannt Tobiz, hat ja mit seinen Auftritten gezeigt, dass das Interesse an gehörlosen Tänzern sehr groß ist, wenn man sie richtig präsentiert.

Benjamin Piwko kenne leider ich nur vom Sehen, wir sahen uns einige Male auf Gehörlosen-Partys, aber liefen eher aneinander vorbei.

Und welcher Ort wäre besser dafür geeignet als mein Blog, wo ich doch auf der re:publica 2011 dank dem großartigen Interviewer Philip Banse mit ganz großem Erfolg für die Unterstützung der Gehörlosen geworben habe?

Nachtrag: Ich konnte den Blogeintrag noch schnell überarbeiten und Benjam hinzufügen - besonders gut konnte ich ganz tief in meinem Herz die Stelle im Bericht nachvollziehen, wo Benjamin als Kleinkind Sprachtraining hat, so ein kleiner wunder Pieks hat sich da gemeldet. Es ist wunderbar, dass dieses Video miteingebunden wurde, denn da sieht man wie HART es für Gehörlose ist, sich die korrekte Ausprache anzutrainieren. Zum Glück war man nicht so brutal-streng mit mir damals, ich hatte wohl einfach sehr viel Glück ein eher spielerisches und lockeres Training zu bekommen, gemocht habe ich es trotzdem natürlich nicht sehr. ;-)

Mein Wunsch bleibt bestehen, dass durch dieses Video Barrieren abgebaut werden und Menschen sich nicht erschrocken von Gehörlosen abwenden, wenn sie zu reden anfangen, weil es so anders klingt von der Aussprache her - dahinter steckt sehr viel Arbeit und Mühe. Manche können es nicht besser oder haben es aufgegeben es zu verbessern durch die Ablehnung der Umwelt.

Im übrigen bin ich auch gefragt worden, ob ich die seltsamen Laute ablegen könnte, die ich während meinem Auftritt produziert habe, nicht ablegen könne? Ich musste echt kurz überlegen, was damit gemeint worden, doch dann fiel es mir ein, weil echt schon lang keine Hinweis mehr darauf kam, dass ich diese "Hochkonzentriertsein"-Melodie von mir draufgehabt habe. Und ja: Ich habe sehr schnell gesprochen, aber komischerweise hat niemand zu mir gesagt: "Mädel, mach mal bisschen langsamer." Vermutlich hätte ich wohl darauf hinweisen sollen, hab ich das überhaupt oder total vergessen? Ich kann mich die Unterhaltung vor dem Aufritt hinter der Bühne nicht mehr erinnern - eins meiner letzten Erinnerungen vor dem Auftritt war bloss, wie ich an meinem Manomama-Top herumzurre und mit einem halben Auge darauf schiele auf die Verdolmetschung der Einführung von Philip Banse beim Publikum durch meine
Gebärdensprach-Dolmetscherin.

(Kleiner Hinweis, damit man das nicht übersieht, weil das ja eigentlich nichts mit dem Thema an sich zu tun hat, aber es ist den Klick wert und die Werbung sowieso: Klickt man auf den Manomama-Klick, dann sieht man die regionale Wertschöpfungskette von Sina Trinkwalder und ihrem Team, welches ich einfach genial finde und auch gemodelt habe dafür. Das Kleid auf meinem Hüpfoto ist ein Manomama-Produkt und das Top vom Auftritt auch!)

Jedenfalls wünsche ich mir, dass der Bericht in "Menschen - das Magazin" eine breite Öffentlichkeit dafür sensibilisiert, dass man offener auf Gehörlose und überhaupt auf Menschen mit Behinderungen zugeht und sie mit allen bereits verfügbaren technischen Möglichkeiten in die Gesellschaft integriert und damit meine ich ganz bestimmt nicht die "GRUNDVERSORGUNG mit einem Cochlear Implantat", auch wenn die Medizintechnik-Industrie das ganz gerne hätte, aber davon in einem anderen Bericht! Natürlich kann man sich denken, dass ich von einer inklusiven, intregativen und barrierefreien Welt spreche und ich werde auch weiterhin sehr gerne und oft den Finger auf diese wunden Stellen legen, bis ich das erreicht habe, was ich wollte.

Dazu was sehr persönliches: Ich kann mich noch gut erinnern, auch mit 20 Jahren noch bin ich rasend vor Wut geworden, als meine kleine Cousins meine Aussprache einfach bisschen komisch und es zum Lachen fanden, as mir natürlich wehgetan hat und einmal habe ich einen einen von etwa ca. 7jährigen Cousin (alterstechnisch liegen die 5 Jungs nicht weit auseinander) im Nacken gepackt und kräftig gezwickt mit meinen Nägeln - so in der Art:"Fühl mal das, was ich fühle, wenn du das machst."; obwohl ich nachvollziehen konnte, was eigentlich der Grund war und es nicht böse gemeint war von den Jungs. Aber da hatte ich wohl eher einen schlechten Tag erwischt anstatt einfach lachend darüber zu stehen. Die Hintergrundgeschichte des Problems liegt auf der Hand: Durch die Aussortierungen der Menschen mit Behinderungen wachsen Kinder nicht mit behinderten Kinder auf und finden erst mal alles komisch, was anders ist als sie, weil sie es nicht gewöhnt sind und es unbegreiflich ist - und deren Vorbilder, die Erwachsenen reagieren doch auch komisch - also dürfen sie es auch. Das falsche Vorleben ist symptomatisch für die Aussortierung: Dem Unbegreiflichen muss man aber so oft wie möglich begegnen zur Abhärtung!

Ja und die Erklärungen zum Lippenlesen von Benjamin sind gut, mir geht es auch manchmal so als schon sehr gute Ableserin und wenn ich müde oder mit meinen Gedanken ganz woanders bin, kann ich wie gesagt nicht mehr solche normale Ableseleistungen erbringen wie man ja auf der Bühne gesehen hat, als ich mich bereits total erleichtert heruntergefahren habe, weil ich froh, war, dass ich die den Auftritt hinter mir habe und dann brachte mich die Frage aus dem Publikum etwas aus der Spur - der kalte Reeboot war nicht so ganz erfolgreich. ;-) Hat aber vermutlich der positiven Berichterstattung über mich nicht geschadet.

In meinem Blog finden sich übrigens auch einige Beiträge über Tobias Kramer, einfach bisschen suchen -ich kann leider jetzt nicht so ausführlich verlinken, weil ich mich kurz hinlegen muss und dann weiter zu einem Termin.

Erster Bericht über Tobias Kramer auf meinem Blog


Viel Spaß mit dem Bericht! :-)

P.S. Eine Bitte hätte ich noch, bevor ich meinen re:publica-Bericht für mich noch mal deutlich und in aller Länge schriftlich rekaptuliere:
Am 13.04.2011 hat die ARD "In aller Freundschaft" mit einer gehörlosen Patientin (Folgentitel: Trügerische Ruhegezeigt und es ist ja so wie so oft im Fernsehen: "DER BERICHT/FILM IST VOLL EINSEITIG UND MIES RECHERIERT!" (Re:publica-Insider! ;-))
Angucken und bewerten konnte ich mir die Folge bisher nicht, weil ich am Dienstag über 01:50 h später in Berlin ankam als geplant, dennoch bin ich gut über die Hintergründe informiert, weshalb es ein Skandal ist, der mir schon vor der Ausstrahlung der Folge geschwant hat, aber darüber werde ich wie gesagt gesondert bloggen, warum es so ist.

Hier entlang bitte zur der Folge: "Trügerischer Friede" von in aller Freundschaft - anschauen und mir die Eindrücke und Meinungen zur Folge e-Mailen, twittern, bloggen, damit ich noch besser und einführlicher sagen kann, warum das ganze ein Riesenskandal ist von viele:
http://mediathek.daserste.de/sendung-verpasst/6932376_in-aller-freundschaft/6932388_folge-514--tr-gerischer-friede?datum=20110412

Und hier die Folgenbeschreibung: http://www.mdr.de/in-aller-freundschaft/alle-folgen/8229189.html

Kleiner Tipp: Der winzigste Skandal von vielen kleinen Skandälchen um diese Folge, welche zusammen ein Mega-Shitstorm gegen die ARD und DEGETO-Film ergeben und auch dessen würdig ist: Die Macher von "In aller Freundschaft" wissen genau, dass die Serie sehr beliebt ist bei Gehörlosen, weil die von Sendungsbeginn an, also bereits von Stunde null an an bei der ARD mit Untertitel kamen! Dieser Tipp reicht wohl, um eure Gedanken in die richtige Richtung zu lenken.

Übrigens: In der Mediathek der ARD ist die Serie, wie viele andere Filme mit Untertitel der ARD nicht untertitelt - als gehörloser Tatort-Fan hast du da einfach Pech gehabt und fertig - kleiner Nebenskandal in Zeiten der kommenden Ausbeute durch die GEZ-Gebühr für Schwerhörige, Gehörlose und Blinde ab 2013.

Ich freue mich auf eure Meinung und die Aufklärung diverser Punkte, weshalb ich nach dem Sichten eurer tatkräftigen Hilfe durch die Kommentare dazu zum Shitstorm gegen die ARD und DEGETO-Film blasen werde.

Kommentare:

  1. Grüße Dich....
    nach ner langen Abwesenheitszeit auf den Gehörlosenwebsites bin ich anläßlich der von Dir besagten Folge von In aller Freundschaft doch mal wieder da gelandet. ;-)

    Dein Sendehinweis auf "Menschen - Das Magazin" wäre für mich zu spät gekommen, aber dafür gibt es ja Videotext. Ich hab´s ebenfalls gesehen; kann ich mir vorstellen, daß dieses Sprachtraining eine "Tortur" ist, wie das im Filmbeitrag ausgedrückt wurde.
    Dafür, daß da Barrieren abgebaut werden, drücke ich ebenfalls die Daumen, denn wenn die Sprechweise von Gehörlosen öfter mal publik wird (halt durch so Beiträge o.ä.), dann weiß man als Hörende/r sicherlich eher was damit anzufangen. Man erschrickt eigentlich vor allem, wenn man nie was damit zu tun hatte und völlig unvorbereitet damit konfrontiert wird....zum Teil sicher auch, weil man das erstmal einsortieren muß und dann auch nicht sofort weiß, wie man jetzt reagieren soll. War bei mir damals ja auch so, im Amt. Aber beim zweiten oder dritten Mal kennt man das dann schon und dann verliert man auch wenigstens ein bißchen die Unsicherheit davor.

    Tscha, In aller Freundschaft. Hatte schon vorher in der Programmzeitschrift eine kurze Vorausschau auf den Inhalt gelesen und noch gedacht "Oh - oh..."; allein schon "doch dann merkt sie, daß ihr Vater Hilfe braucht" versprach schon, daß die Folge wohl viel Blödsinn enthalten würde.
    Im Taubenschlag sind ja in den Kommentaren auch schon die Fetzen geflogen; inhaltlich sind die Kritikpunkte auch völlig berechtigt. Erstens wurde zu stark vermittelt, daß mit der Implantierung sofort das Gehör zurückkommt (ich schätze mal, wer sich mit der Materie nie befaßt hat, würde das so aufgefaßt haben). Zweitens war der Schuldkomplex von dem Mädel natürlich Quark. Man stelle sich vor, die hätte den Hilferuf des Vaters deshalb nicht gehört, weil sie gerade beim Sportverein gewesen wäre - ja, deshalb hätte sie doch auch nicht umgehend den Sport geschmissen, oder? (Und das wäre ja dann die logische Konsequenz gewesen.)
    Drittens wurde mir persönlich zu stark rübergebracht, daß der Grund für eine Ablehnung einer Implantierung einfach nur darin läge, "daß sich das Leben völlig umstellt". Ist ja wohl so auch zu kurz gegriffen.

    Unschön war natürlich die Art und Weise, wie "drüben" die junge Schauspielerin persönlich angegangen wurde; erstens ist das ein gerade mal 17jähriges Mädchen, also sogar noch minderjährig, und einfach mal so eine angebotene Rolle ablehnen - das kann sie später die Karriere kosten; ich denke nicht, daß sie schon sooooo bekannt ist, daß sie da wer weiß wie wählen kann. Mir persönlich hat der Name Johanna Ingelfinger vorher jedenfalls nichts gesagt. Kritik ist okay, aber man sollte schon immer im Auge behalten, daß auch die kritisierten Personen Menschen sind, die Gefühle haben und die verletzbar sind.

    Mal grundsätzlich so mit Fernsehsendern und Produktionsfirmen drüber sprechen, wie unrealistisch manches rüberkommt, und drauf dringen, daß mal zuerst Betroffene gefragt werden, ist aber sicher nicht verkehrt.
    Ich glaube zwar nicht, daß jetzt in der Bevölkerung auf ewig wer weiß was hängenbleibt (da kommt schließlich jede Woche ne neue Folge), und die meisten berührt das Thema CI ja eigentlich nicht; dennoch darf man da ruhig fordern, daß das ein wenig objektiver dargestellt wird. Zumal es ja in der Vergangenheit schon mal bei IaF eine Folge gab, die das Thema Gehörlosigkeit hatte und das auch eher unglücklich abgehandelt hat (die regelmäßigen Zuschauer erinnern sich da sicher auch dran).

    Schönen Gruß und ne schöne Osterwoche!

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  2. Ich kann die Aufregung um 'In aller Freundschaft' nicht nachvollziehen.
    Nicht richtig dargestellt oder gar kompletter Blödsinn...?
    Aha. Das ist doch aber nichts Neues und hier handelt es sich noch dazu um eine Soap. Eine Soap!
    Es entsteht der Eindruck, als ginge man davon aus, dass in Filmen, Serien und Soaps sonst ein realistisches Bild üblich wäre.
    Aber wir wissen doch: Das ist Quatsch, es war und bleibt Fiktion.
    Die Ausnahmen in den letzten 50 Jahren kann man an nur einer Hand abzählen.
    Es fällt einen meistens nicht so sehr auf, bis man dann mal selber zu einer der dargestellten Gruppe gehört.
    Polizisten, Detektive & Gerichtsmediziner. Kinder & Jugendliche. Krokodile, Fische & Spinnen. Moslems & Indianer. Rettungsschwimmer, Nonnen & Computernerds...
    Sie alle können ein Lied davon singen. Und diesmal eben Gehörlose. Nicht zum ersten und nicht zum letzten Mal.

    Trotzdem kann man natürlich der Produktionsfirma mal auf die Füsse treten, klar.

    Ich nehme das allerdings nicht so ernst. Was ich dagegen ernst nehme ist die Quote der Untertitel. Das kann ich nicht verstehen und frage mich wo da der Proteststurm bleibt. Gibt es den üüberhaupt? Wenn ja, warum sieht man den nicht?

    Ich bin ganz fest davon überzeugt, wenn man das nur richtig anginge, in Zeiten von Twitter und Facebook, dann gäbe es auch eine riesige Unterstützung von den Hörenden und es wäre möglich, dass innerhalb von nur ein paar Monaten 95% aller Sendungen im ÖR-Fernsehen untertitelt wären. Ja sogar die privaten könnte man vermutlich unter Druck setzen. Es muss nur mal einer das richtig in die Hand nehmen und planen.

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  3. @astui:
    Doch, bezüglich der Untertitel hat´s schon mal eine Unterschriftensammlung gegeben und inzwischen läuft auch wieder was....
    googel mal unter "Aktion Untertitel".
    Vielleicht schließt Du Dich ja auch an. ;-)

    Okay, natürlich sind Soaps alles andere als realistisch. Ich denke auch nicht, daß allzu viel davon hängenbleibt (wenn die bei IaF eine angebliche neue OP-Methode bei Blinddarmdurchbrüchen bringen, hab ich das ne halbe Stunde später auch schon wieder vergessen).
    Ich denke aber, es geht dabei auch um so eine Grundstimmung gegenüber Gehörlosigkeit. Die Gehörlosen möchten ja eben nicht als nur defizitär angesehen werden. Und so ein bißchen wurde schon vermittelt, daß Hörenkönnen so ziemlich alle Probleme löst.

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  4. Gerade durch sämtliche Seiten geklickt, die das Thema Gehörlose/Hörgeschädigte so hergibt.

    Und ich weiss nicht was ich davon halten soll...
    Mehr als die Hälfte der Seiten machen den Eindruck, als hätten man erst gestern das Internet entdeckt und von Web 2.0 noch nichts gehört.
    Wenn man überhaupt mal einen Link zu facebook findet, dann gibt es dort 2365, 789, 4950, 3889, 369 oder 548 Mitglieder.
    Aktion-Untertitel hat 548 Mitglieder bei fb und ganze 3.333 Mitglieder überhaupt. Bei 500.000 möchte man eine online-Petition starten. Hmm.

    Also ist die Aktion tot und wie darf ich das verstehen?
    Denn es gibt dagegen so viele Betroffene bei uns in Deutschland und dazu nochmal all ihre Angehörigen. Mehr als 100 mal so viele dürften das locker sein. Und man sollte meinen, dass gerade diese Leute aktiver im Netz unterwegs sind als der Durchschnitts-Deutsche, oder?
    Da stellt sich mir doch die Frage, wie ernst es den Betroffenen eigentlich ist?!

    Na ja, ernst ist es sicherlich allen, aber offensichtlich gelingt es keiner Aktion sich ausreichend bemerkbar zu machen, zu überzeugen und auch andere "Organisationen" zu gewinnen. Oder?

    In meiner naiven Vorstellung wäre das eigentlich nicht sooo schwer, wenn z.B. der Gehörlosen-Bund es in die Hand nehmen und sich eine Kampagne überlegen würde.

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  5. Ja, okay, das mit der Mitgliederzahl läuft so ein bißchen schleppend an und über die manchmal mangelnde Aktivität hat es zumindest in einem Forum auch schon mal einige Postings gegeben....

    Tot, nee, aber mehr so was wie Gottes Mühlen, schätze ich, die mahlen ja auch langsam. ;-)
    Trotzdem wär´s vermutlich gut um jeden, der sich anschließt, denn "Kleinvieh macht auch Mist" und "Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen".

    Oder hast Du noch anderweitige Ideen - außer jetzt das mit dem Gehörlosenbund?
    (Ich gebe Dir im übrigen mit den Untertiteln völlig recht, sollte selbstverständlich sein, die gleich mitzuproduzieren. Was bei In aller Freundschaft funktioniert, sollte doch auch bei anderen Produktionen fluppen. Zumindest in einem höheren Maße als das bislang der Fall ist.)

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  6. ´ne Frage hätt´ ich nochmal:
    Diese Dame, die mit Benjamin das Sprechtraining gemacht hat.
    War das zufällig diese Frau Schmidt-Giovannini, oder wie die heißt, von der ich seinerzeit öfter mal gelesen habe?

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