Freitag, 13. Mai 2011

Großes Lob an die Polizei in NRW mit einem Abstrich!

Die Polizei im Bundesland Nordrhein-Westfalen ist sehr lobend zu hervorheben, denn dort nimmt man mehr als sonst die Belange gehörloser Menschen wahr und bindet auf der Homepage Gebärdensprach-Videos ein.

Gebärdensprach-Videos der Polizei NRW

Die "natürliche" Idee, den Auftritt der Polizei NRW barrierefrei zu gestalten, hatte Guido Karl, ein Polizeibeamter, denn er pflegte die Homepage und legte hohen Wert auf die Zugänglichkeit. Hilfe fand er in seiner Kollegin Cordula Clausen, die bereits 1997, als sie noch im Streifendienst tätig war, aus Spaß die Gebärdensprache lernte, da die Neugier durch Kontakte mit Gehörlosen wuchs.

Aus diesen Faktoren ergab es sich, dass die Polizei NRW 2003 die goldene Biene gewann für die barrierefreie Homepage - sehr lobenswert!

Der Artikel hier schildert die Zusammenarbeit der Polizeibeamten und der Weg zum Gewinn der goldenen Biene


Und Guido Karl hat ganz recht, wenn er sagt: "Barrierefreiheit beginnt im Kopf, endet im Herzen und darf nicht am Geld scheitern!"

Das könnte man zum Beispiel noch weiter ausführen, dass die Barrierefreiheit nicht nur im Internet stattfindet, sondern auch bei der Ausbildung der Polizeibeamten, denn ich las gerade, dass es in den USA für Polizeibeamte eine Pflicht ist während ihrer Ausbildung die Gebärdensprache zu lernen. Solche "Kleinigkeiten" im Namen der Barrierefreiheit sind wichtig, gerade wie in diesem Fall von 2006, wie Christiane vom Behindertenparkplatz.de beschreibt:
Die Polizei, dein Freund und Helfer?

Auch hat die Polizei in Rheinland-Pfalz hat Videos in Gebärdensprache im Angebot, aber leider in etwas schlechterer Qualität, was die Verständlichkeit der Gebärdensprache abwertet. Hier die Videos: Gebärdensprachvideos der Polizei in Rheinland-Pfalz

Interessant ist ja, dass die Polizei in Hessen auf die Videos in Gebärdensprache ihrer Kollegen in RLP verweisen!

Aber dennoch habe ich etwas zusätzliches zu beanstanden: Schön, dass es die Videos in Deutscher Gebärdensprache gibt, aber warum wurden nicht auch noch Untertitel hinzugefügt, damit auch Schwerhörige, die ebenfalls manchmal Probleme haben mit dem Lesen und Gehörlose ohne größere Gebärdensprachkenntnis etwas von den Videos haben? Man muss immer versuchen, ALLE Gruppen der Hörgeschädigten, also wirklich alle Gehörlosen und Schwerhörigen in ein Boot zu holen, wenn man den Auftritt für sie barrierefrei gestalten will. DEN "Otto Normalverbraucher" gibt es hier nun mal nicht - hier sollte man immer zwei Lösungen anbieten - Untertitel UND Gebärdensprache.

Aber mit diesem Problem ist die Polizei in NRW nicht alleine, dieses Problem mit nicht untertitelten Gebärdensprachvideos habe ich schon öfters beantstandet:

Enormer Arbeitsaufwand - und wo bleibt der Nutzen?
Meine Kritik an dem Gebärdensprachvideos vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales ohne Untertitel

Warum wird immer nur das eine realisiert anstatt beides zusammen?
Warum das so wichtig ist, dass Untertitel und Gebärdensprachvideos zusammen realisiert werden müssen

Video über den Kongress zur UN-Konvention für Menschen mit Behinderungen mit Untertitel und Gebärdensprachdolmetschereinblendungen
Leider ohne echte 1:1 Untertitel, sondern stark verkürzt - warum es so nicht geht!

Ich kann übrigens an dieser Stelle die Leute von www.deafvision.de nur loben - sie zeigen, wie es optional geht: Man kann auf den Videos auf ihrer Seite optional Untertitel oder Gebärdensprachdolmetschereinblendungen laufen lassen - sogar beides zusammen, wenn man will!

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