Freitag, 23. September 2011

Aus dem Leben einer CODA

Vor einiger Zeit sorgte die Userin "MusicForTheEye" auf Youtube für Furore, denn sie stellte ein Video online zum Song "Endboss" von Marteria. An sich nichts besonderes, wäre nicht der Umstand, dass sie es in Gebärdensprache vortrug!

Das Video wurde, wie andere Videos in Gebärdensprache von ihr, zu einem Knaller auf You-Tube.

Allerdings kann man sich die Videos nicht mehr anschauen, da die GEMA die Videos gesperrt hat wegen der Rechte am Lied - vielleicht wäre es doch schlauer gewesen von ihr, die Videos ohne Ton online zustellen. ;-)

Jetzt hat mich ein Twitterer auf einen Blogbeitrag von "MusicFortheEye" aufmerksam gemacht, wo sie erzählt, wie das alles zustande kam mit dem Video und wie ihr persönlicher Hintergrund als CODA aussieht und was sie als CODA bisher so erlebt hat im Umgang der hörenden Mitmenschen gegenüber ihren gehörlosen Eltern.

(Erklärung: Das Wort CODA setzt sich so zusammen: CHILDREN OF DEAF ADULTS - Kinder von gehörlosen Erwachsenen. Also hörende Kinder von gehörlosen Erwachsenen, die mit der deutschen Gebärdensprache als Muttersprache aufwachsen und oft leider etwas zu früh erwachsen werden, weil sie oft für ihre Eltern dolmetschen müssen. Diese Problematik dieser Rolle sieht man auch gut im Film "Jenseits der Stille", wo Lara z.B. auf der Bank für ihre Eltern dolmetschen muss.)

Beispielsweise kann ich bestätigen, dass Ärzte und andere Menschen in anderen ähnlichen Situationen oft mit der hörenden Begleitperson des gehörlosen Patienten ÜBER den Gehörlosen reden anstatt MIT und ZUM gehörlosen Patienten - die blenden dann einfach den Hauptbetroffenen aus - das ist kein Einzelfall im Umgang.

Also: Vorhang auf einen Blick aus dem Leben einer CODA - MusicForTheEye erzählt, wie sie loszog, um die Welt zu retten und was dabei rauskam - hier bitte klicken!

Kommentare:

  1. Die GEMA ist aber mal echt assozial! In Österreich sind übrigens 4 der bisherigen 5 Videos noch abrufbar. Nur "Chicago" von Cluseo wurde anscheinend ganz gelöscht.

    Ich habe mir die Videos, bei denen das noch möglich war ("Endboss", "You and Me" und "Chicago"), quasi als "Sicherungskopie" heruntergeladen, "Chicago" habe ich sogar noch in HD erwischt. Ich weiß aber nicht, ob ich die wieder zur Verfügung stellen soll oder lieber nicht ...

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  2. Es ist immer sehr traurig, wenn speziell für Hörgeschädigte, die viel auf Gebärdensprache angewiesen ist, neben Musik und Gebärdensprache trotzdem vom GEMA gesperrt ist.
    GEMA ist für uns die größte Übel für Videoportal, die ich kenne! Alles was ich gerne anschauen wollte (meist Musik mit/von/für Hörbehinderte), habe ich das Gefühl, daß mind. 1/3 solche Videofilme vom GEMA gesperrt sind, für uns ist das sehr ärgerlich!

    Schade, daß ich dieses nicht anschauen "dürfte".....

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