Donnerstag, 15. Dezember 2011

Broschüre "Der gehörlose Patient"

Der Deutsche Gehörlosenbund gab eine Broschüre heraus, wo es um den gehörlosen Patienten geht, dort sind zahlreiche Tipps zu finden, wie man die Kommunikation verbessern kann zwischen Arzt und Patienten.

Auch für das Krankenhauspersonal gibt es hilfreiche Tipps.

Die Broschüre ist bestellbar oder herunterladbar unter diesem Link:

Der gehörlose Patient - eine Broschüre des Deutschen Gehörlosenbund

Auch wird angemerkt, dass in der Patientenakte der Vermerk stehen sollte, dass der Patient gehörlos ist, damit das Personal Bescheid weiß, dass der Patient nicht über Lautsprecher aus dem Wartezimmer herausgeholt werden kann, sondern vom Personal selbst abgeholt werden muss. Noch ne kleine Anmerkung: Schreibt bitte in der Patientenakte auf keinen Fall als Vermerk "taubstumm", denn dieses Wort ist veraltet und unzutreffend!

Sonst befindet man sich in "Lebensgefahr", wie meine Bloggerkollegin Judith Göller schmunzelnd berichtet: Taubstumm - eine Beleidigung für Gehörlose ;-)

Ich hoffe, dass die Broschüre alle Unklarheiten beseitigt, da die Kommunikation auf beiden Seiten damit erheblich verbessert wird durch die aufgeführten Tipps.


P.S. Weiterbloggen: Ja, doch. Aber erst mal werden eher solche Hinweise verbloggt, bevor es nach einer längeren Pause wieder die typischen Blogeinträge von mir gibt.

Kommentare:

  1. Wobei auf Judiths Blog natürlich mal wieder die ein oder andere Übertreibung dabei ist.
    Bei den Kommentaren, meine ich.

    Die meisten Hörenden werden "stumm" nicht ab-
    wertend gebrauchen, es enthält einfach nur die
    Botschaft "kann nicht lautsprachlich kommu-
    nizieren".

    Ich habe absolutes Verständnis dafür, daß Ihr das nicht auf Euch angewendet haben möchtet,
    denn Ihr seid in der Vergangenheit so oft auf-
    grund der Gehörlosigkeit für doof gehalten wor-
    den und es ist klar, daß man deutlich machen
    will, der Unterschied liegt doch nur in der Funktion der Ohren.

    Allerdings, zu schreiben "wer taubstumm sagt, sollte vor Gericht", das ist ein absoluter Schuß ins eigene Knie, Leute. Geht mit solchen
    Radikalinski-Parolen auf Hörende zu - wenn Ihr
    es drauf anlegt, daß sie Euch nicht mehr ernst
    nehmen.

    Eigentlich habe ich noch nie gehört, daß irgendwer in meinem Bekanntenkreis, der taubstumm sagte (was ich jeweils entsprechend
    korrigiert habe), das ABWERTEND meinte. Es ist
    einfach noch Sprachgebrauch.
    Also ist es einfach angebracht, entschieden,
    aber mit der gebührenden Höflichkeit darauf
    hinzuweisen, daß Ihr lieber taub oder gehörlos
    genannt werden möchtet, und die Gründe dazu
    zu erläutern.
    Mit der Keule draufzuhauen bringt gar nichts,
    außer Abneigung bei der Gegenseite und daß die betreffenden Hörenden sich nicht mehr mit Euch
    befassen wollen. Wer hat schon Lust, jedes Wort
    vorher zehnmal auf die Goldwaage zu legen, weil
    man ansonsten attackiert wird wie ein Schwer-
    verbrecher.
    In diesem Sinne....friedliche Weihnachten.

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  2. Gut formuliert, Anonym! Gehörlose sind eben Islamisten im Mini-Format: erst toben, dann denken.

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  3. Erstmal: Schön wieder von Dir zu lesen, Jule! :-)

    @anonym: Stimmt. Ist historisch gewachsen. In Wien gibt es die Taubstummengasse, die heute noch so heißt. Obwohl angedacht wurde, das zu ändern, eben wegen der Begrifflichkeit. Ich würde sie lassen, zumal dort das erste Gehörloseninstitut Österreichs gegründet wurde, also alles andere als abwertender Hintergrund.

    Aber: "Es ist
    einfach noch Sprachgebrauch." das gehört geändert.

    In Österreich sagen viele auch Polacken,Jugo, Piefke, Neger... und denken sich nix dabei, dass das eigentlich abwertend bis rassistisch ist.

    Wenn zwei Hörende unter sich sind, ists egal ob taubstumm oder gehörlos. Wenn dagegen ein Schwerhöriger mit"liest" bzw. hört, kriegt er vielleicht auch einen Stich.

    Ähnlich wie bei Rollstuhlfahrerin die Phrase "an den Rollstuhl gefesselt", obwohl der Rollstuhl Freiheit verleiht und keine Fessel ist.

    Es ist in unserem Sprachgebrauch schon immer so, keiner denkt daran, das zu ändern. Und solange das im Bewusstsein so fest verankert ist, wird auch der Abbau von Barrieren bzw. Inklusion weiterhin sehr langsam voranschreiten.

    Dann gibts einmal pro Jahr die "Arme-Hascherl"-Spendengala, und das Gewissen ist beruhigt. *kotz*

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  4. @Felios:
    Schon in Ordnung, gehört geändert und DARAUF kann man auch Rücksicht nehmen, das ist nicht zuviel verlangt.

    Ich störe mich nur an der Forderung, jemanden
    deshalb vor Gericht zu stellen.

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Falls es nicht klappt zu kommentieren, kann man mir eine E-mail unter der Mailadresse im Blog hinterlassen - derzeit scheint Blogger damit Probleme zu haben. :-( P.S. Beleidigende und unsachliche Kommentare werden nicht freigeschaltet.