Donnerstag, 22. Dezember 2011

Ein Weihnachtsgeschenk bitte für Melissa und Vanessa!

So heißen die beiden gehörlosen Mädchen im Bezirk Schwaben, deren Recht auf Inklusion durch den Bezirkstagspräsident Reichert und dem Bezirksamt Schwaben verweigert wird, weil man nicht bereit ist die Dolmetscherkosten für die Gebärdensprachdolmetscher zu übernehmen.

Es ist einfach eine Blamage für Bayern, was da passiert ist. Die ganze Vorgeschichte kann man hier in diesem Blogeintrag nachlesen:


Inzwischen hat auch die Augsburger Allgemeine über den Fall berichtet: Tauziehen um zwei gehörlose Mädchen

Bei mir hat sich übrigens per Blogkommentar eine Corinna aus NRW gemeldet, die als Integrationshelferin arbeitet und erklärte, dass in NRW das Recht auf Eingliederunshilfe § 54 im Paragraph verankert seie, was selbstverständlich auch in Bayern gültiges Recht ist. Vielen Dank, Corinna für diesen Kommentar! Auch ist sie mit mir in einer Meinung, dass die Transportkosten, der Förderschulplatz, die vermutliche Internatsunterbringung wahrscheinlich genausoviel kosten wird oder sogar noch teuerer sein wird als die Dolmetscherkosten!

Außerdem meldete sich Michael Baumeister, der diesen Blogkommentar hinterliess: "Es gibt ein Gutachten des führenden deutschen Völkerrechtlers Prof. Eibe Riedel, der klar zu dem Schluß kommt "Behinderte Kinder haben unabhängig von anders lautenden Schulgesetzen ab sofort das Recht, gemeinsam mit nicht behinderten Kindern eine allgemeine Schule zu besuchen"

http://gemeinsam-leben-nrw.de/sites/default/files/gutachten_riedel.pdf

Viele Juristen gehen davon aus, dass ein solches Recht inzwischen auch ohne Landesrechtliche Umsetzung unmittelbar einklagbar ist.

Der VGH Hessen hat das in einem Urteil vor 2 Jahren zwar noch anders gesehen, aber selbst in diesem Urteil steht, dass die Länder nicht endlos Zeit haben, ihr Schulrecht an die UN-Konvention anzupassen. Der VGH Hessen ging davon aus, dass eine unmittelbare Geltung 2 Jahre nach Inkrafttreten angenommen werden kann - also ab dem 23. März 2011.

Durch die UN-Konvention wird im übrigen noch einmal klar gestellt, dass der Zugang zur Regelschule Menschenrecht ist. Die Verweigerung ist folgerichtig eine Diskriminierung. Und dass die verboten ist, ergibt sich aus dem Grundgesetz, da braucht es keine landesrechtliche Umsetzung der schulischen Inklusion.

Also lasst euch nichts vormachen.

Viele Grüße
Michael

In Deutschland ist es doch wirklich so, dass man noch lange nicht Recht bekommt, wenn man sämtliche Gesetze auf der Seite hat und das gilt ganz besonders für Menschen mit Behinderungen.

Die Eltern von Vanessa meldeten sich mit einem Brief an die Gehörlosenverbände und an die Gehörlosengemeinschaft zu Wort und bitten um Unterstützung von außen -hier kann man ihn lesen:


Ich fordere hiermit Schwabens Bezirkstagpräsident Reichert dazu auf, dass er dieses unerträgliche politische Hickhack zu den Akten legt mit dem Ergebnis, dass die beiden Mädchen zu ihrem Recht kommen durch die Kostenübernahme der Dolmetscherkosten.

Das wäre doch ein traumhaftes Weihnachtsgeschenk für Vanessa und Melissa, wenn die beiden weiterhin an ihrem Wohnort zur Schule gehen dürfen und die angefangenen Freundschaften dort nicht auf einen Schlag zerstört werden. Ich bin mir sicher, dass die beiden Mädchen diesen Wunsch ganz oben auf ihrer Wunschliste dem Weihnachtsmann vorliegen haben.

Ich kann leider nicht mehr tun als als hier zu bloggen und die Aufmerksamkeit die beiden zu lenken, damit es ein kleines Weihnachtswunder gibt und die beiden Mädchen mit ihren Familien die Weihnachtsferien genießen können mit dem Wissen vor den Augen, dass das Schulproblem gelöst ist.

Meine Daumen sind gedrückt für dieses Weihnachtswunder.

Kommentare:

  1. Mh das waere sicher schoen fuer die aber wir sind auch als Kinder mal umgezogen. Kinder gewoehnen sich doch problemlos an neue Freundschaften.

    Und wie ich das beim anderen Beitrag schon gepostet habe: Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Dolmetscher teurer ist als ein Besuch in einer Foerderschule. Schlieslich wird die Foerderschule ja so und so bezahlt unabhaengig davon ob da jetzt noch 2 Maedls mehr drin sitzen oder nicht. Und Fahrtkosten, die sowieso gedeckt werden, sind heutzutage nicht teuer.

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  2. Sigi, ich finde es sehr schade, dass du es in deiner Ahnungslosigkeit nicht schaffst über deinen Tellerrand zu schauen.

    Das eine Mädchen wohnt 1,5 Stunden entfernt von der Augsburger Schule, wo sie in Zukunft gegen ihren Willen und auch gegen den Elternwillen beschult werden soll. So eine lange Fahrt in dem Alter ist unverantwortlich und sicherlich nicht leistungsfördernd - es geht dabei sehr viel von der Freizeit flöten.

    Sie müsste dann wohl auch ins Augsburger Internat gehen, was nicht weniger bedeutet, dass sie kein normales Familienleben haben wird - nicht den Vater oder die Mutter wird dem Mädchen abends eine Gute-Nacht-Geschichte vorlesen.

    Ich war selbst auf einer normalen Schule und habe mich dort voll integriert und es war einfach ein normales Leben!

    Eine Freundin von mir musste ab dem Schulbeginn bereits mit 6 Jahren ins Internat und blieb dort bis sie 16 Jahre alt war - ihr Meinung ist heute, dass sie gerne MEHR von ihrer Familie gehabt hätte, aber damals war halt nichts daran zu ändern.

    Hast du das jetzt kapiert, worum es geht? Betrachte doch den Fall mal aus allen Perspektiven.

    Die Gehörlosenschule in Augsburg bietet keinen Untericht in Gebärdensprache an und sowas nennt sich Gehörlosenschule - die Kinder in den Gehörlosenschulen in Deutschland bekommen also nicht die BESTMÖGLICHSTE FÖRDERUNG und BILDUNG mit auf den Weg geschickt.

    Und ja - ich würde auch mein Kind, falls es gehörlos oder schwerhörig ist, auf eine normale Schule schicken, weil der Profit auf beiden Seiten ungeheuer hoch ist.

    Nämlich der soziale Lerneffekt unter den Kindern, der dafür sorgt, dass Barrieren in den Köpfen gar nicht erst entsteht!

    Danke fürs Zuhören!

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  3. Hey,

    aehm wie ich schon mal geschrieben habe: Ich bin um 6 Uhr aufgestanden und war dann um 8 in der Schule. Ich bin dann spaeter ebenfalls um 6 aufgestanden damit ich um 8 in ner anderen Stadt mit dem Zug hinkommen konnte.

    Mir geht es erstmal um Verhaeltnissmaessigkeit. Ich seh kein Problem darin auch jungen Kindern etwas zuzutrauen. Es mag ja sicher so sein, dass wenn die Kinder nen 5 Minuten Schulweg haben, die Kinder viel mehr Freizeit haben. Ich haett mich auch gefreut wenn das bei mir so gewesen ist.

    Wenn die Behoerde jetzt aber sagt, das ist deutlich teurer, seh ich hier keine Verhaeltnissmaessigkeit.

    In der Schule war bei mir auch jemand(das war eine Knabenschule *brrr*) der deswegen von seinen Eltern dort hingeschickt worden ist obwohl es in seiner Stadt auch eine Schule gab die war halt nur 'normal'. Der musste auch deutlich frueher aufstehen.

    Wenn die Eltern, und ich seh hier die Eltern in der Pflicht, das Ihren Kindern nicht antun wollen, muessen Sie sich halt was ueberlegen.

    Und ja wenn es eine Foerderschule gibt, geh ich doch davon aus, dass sich da die Kinder leichter tun und besser gefoerdert werden. Wenn das NICHT der Fall ist, solltest du nicht bei den 2 Kindern ansetzen sondern bei der Schule per se und schaun dass ALLE Schueler dort besser/richtig gefoerdert werden.

    Und ich behaupte auch immer noch, dass ein Kind mit einem erwachsenen Dolmetscher, der die ganze Zeit dabei sein muss, ganz anders in eine Klasse integriert als wenn es unter gleichgesinnten waere.

    Was ich auch krass finde: "Ein Cochlea-Implantat (siehe Info), das Gehörlosen eingepflanzt wird, um hören zu können, lehnen sie ab"

    Ihre Eltern koennten Ihr quasi das Hoeren geben.

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  4. Lieber Sigi, lies dir doch einfach mal die Blogbeiträge zum Cochlear Implantat durch - es kann zu einem guten Hörerfolg verhelfen, aber ES ist nicht garantiert, dass es auch dazu kommt!

    Außerdem hat JEDER MENSCH ein RECHT darauf, dass er so ist wie er ist von der Gesellschaft akzeptiert wird anstatt ERST nach einer Reperatur akzeptiert zu werden.

    Und ich sag schon SEIT JAHREN, dass im Studium der Hörgeschädigtenpädagogik vorgeschrieben WERDEN MUSS, dass die Studenten Gebärdensprache beherrschen mit einem abgelegten Leistungskurs in dieser.

    UND ich habe schon tausendmal ERKLÄRT, dass die Bildung an Gehörlosenschulen um einiges schlechter ist als an Regelschulen, was auch am Mailänder Kongress von 1880 liegt.

    Die Beschlüsse von damals wurden zwar 2010 für falsch und für fatal erklärt, aber es hat noch nicht DAS UMDENKEN stattgefunden, das notwendig ist.

    Die Kinder in der Schulen der gehörlosen Mädchen lernen die Gebärdensprache - die Kommunikation ist also gewährleistet. Du vergisst einfach den sozialen Lerneffekt der Kinder untereinander.

    Wie wäre es, wenn du dir mal mein Blog mal richtig durchlesen würdest? Vielen Dank!

    Die Inklusion ist das zukunftweisende Bildungsmodell an den Schulen UND es werden alle davon profitieren!

    Übrigens: Glaub doch mir und den Aussagen hier, dass ein Förderschulplatz genauso oder noch teurer ist als die Dolmetscherkosten. Aber ich habe dir ja schon tausende von Gründen aufgezählt, die du ja nicht akzeptieren willst.

    Und was du auch nicht wahrhaben willst - ich gehe mal davon aus, dass du hörend bist, was dich in die Lage brachte, dass du die freie Schulwahl hattest. Und genau das steht auch den beiden Mädchen zu.

    PUNKT.

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  5. Oh ja. Ein CI ist mit Sicherheit die Lösung. Operieren wir doch einfach mal an allen rum die nicht dem Durchschnitt entsprechen.
    Die ganzen Gefahren durch OPs, die ignorieren wird dann einfach mal. Sollte es mal Komplikationen geben das sind das eben im Zweifel vertretbare Verluste.
    Tolle Einstellung.

    Und zur Schule:
    Wie Jule schon mehrfach betont hat. An Gehörlosenschulen wird NICHT in Gebärdensprache unterrichtet. Also haben Gehörlose an einer Regelschule mit Dolmetscher viel bessere Chancen also an den Gehörlosenschulen.
    Außerdem fördern die Gehörlosenschulen noch etwas sehr stark: Die Ausgrenzung der Gehörlosen. Man schiebt sie mal eben auf ne Gehörlosenschule ab. Aus den Augen, aus dem Sinn.
    An einer Regelschule passiert genau das Gegenteil. Sie werden integriert. Sie haben selber Kontakt mit Hörenden, und sind dann wohl als Erwachsene selber offener im Umgang mit Hörenden. Und die anderen Kinder an der Schule lernen den Umgang mit Gehörlosen, und werden so vermutlich auch offener. Es ist eigentlich eine win-win Situation für alle.

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  6. Ich bin nicht gehörlos, verfolge aber nkcht zuletzt auch die Diskussion über das Cl mit großem Interesse.

    Auch wenn die OPs nicht direkt vergleibar sind, sehe ich doch gewisse Parallelen zwischem dem Cl und der Tiefen Hirnstimulation (THS) , die seit einigen Jahren in unserer Parkinson-Szene propagiert wird. Auch dabei (implantation von Elektroden im Gehirn, die bestimmte Hirnregionen gezielt mit Mini-Stromstößen stimulieren) gibt es durchaus erhebliche Vrrbesseringen einiger Parkinson-Symptome (z.B. Tremor und Verbesserung der Beweglichkeit).

    Aber auch bei der THS werden vor allem von der Industrie und den Neurochirurgen gerne verschwiegen, dass es zu ganz erheblichen Nebenwirkungen kommen kann - von Verschlechterung der Sprechfähigkeit bis hin zu schweren Persönlichkeitsveränderungen und Impulskontrollstöringen wie Kaufsucht oder Hypersexualität.

    Ich bin kein absoluter Gegner solcher operativen Eingriffe. Wer das mit sich machen läßt, MUSS aber vorher umfassend über die möglivhen Risiken, Neben- und Folgewirkungen informiert sein.

    Was die beiden Mädchen konkret angeht: Es darf meiner Meinung keinen Zwang zur "Förder"schule geben. Erstens sehe ich dort die Gefahr der Ghettoisierung von Behinderten, zweitens ist die Nucht-Gebärden-Praxis in solchen Einrichtungen ein absolutes No Go ( etwa so als verbiete man Sehbedinderten die Braille-Schrift).

    Und drittens jalze ich diese behördlichen Aktionenen gegen die Inklusion für verfassungswidrig. Leider ist es irgendwie typisch für unsere Mainstream-Gesellschaft und die immer noch mehrheitsfähigen Politiker, dass zwar UN Konventionen anerkannt und sogar zu geltendem Recht gemacht werden, dann aber in der Prsxis genau das Gegenteil geschieht.

    Norbert Jos Maas (Blog chronischLEBEN - http://chronisch-leben.de)

    Peinliche Häufung von Tippfehlern ist meist parkinson bedingt - oder auf das Mivverhältnis bon Tremorfingern und Mini iPod- Tastatur zurückzuführen

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  7. ich finde viele haben keine erfahrung über gehörlosenkultur. ghettoisierung von behinderten wäre gefährlich. das sehe ich nicht so, aber das stimmt dass es sie gibt.

    Ich sage das als gehörloser nur meine meinung. zum beispiel fussball. es gibt viele gehörlose die schon z.b. kreisliga oder bezirkliga fussball spielen das ist normal. aber ich meine gehörlosen leben meisten oft mit gehörlosen zusammen. wenn gehörlosen mit hörenden kommunizieren dann meistens mit familien oder über arbeit oder verein dafür kommunikation mehr oberflächlich. darum fühlen gehörlose unter gehörlosen welt sich wohl wegen die gebärdensprache. ein unterschied. es hat nichts mit inklusion zu tun. inklusion gibt es schon seit 50 oder unsichtbaren 1000 jahren die niemand wussten. frohe weihnachten!

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  8. Es muss bedingungslos gesagt werden, dass die Eltern von Melissa und Vanessa die echten Experten sind. Sie waren in derselben "Foerderschulen" (dieser Terminus erachte ich als einen sehr dummen Euphemismus) erzogen. Sie haben die Entscheidung aus Kenntnis gemacht. Die bundesdeutsche und bayrische Verfassung verbrieft ihnen das Recht des Elternwahlrechts.

    Taube Kinder von tauben Eltern sind in der Regel kognitiv und sprachlich fortgeschrittener als die von hoerenden Eltern. Diese sind besser in den Foerderschulen aufgehoben. Die Eltern dieser Kinder sollen entweder in die Stadt der Foerderschule umziehen oder eine Internatsunterbringung ihrer Kinder beherzigen (Warum muessten die Kinder pendeln, nicht die Eltern?!).

    Wenn die Eltern nicht gebaerden koennen, ist die Internatsunterbringung mit gebaerdensprachigen Mitschuelern und Personal wesentlich besser als ein Leben in der beschraenkt kommunikativen Umgebung in der Familie.

    In den USA, weiss ich von vielen tauben Kindern tauber ELtern, die erfolgreich oertlich mit hoerenden Schuelern beschult sind, mit oder ohne Dolmetscher. Was daraus heisst, taube Kinder von tauben Eltern sind derart zweisprachig geworden und koennen gut in hoerenden Schulen beschult werden.

    Die Dolmetschkosten koennen nicht mehr als die Kosten fuer die Foerderschule plus Transportationskosten sein. Aber die Bezirksregierung von Schwaben ist am Erhalt der Foerderschule in Augsburg fuer die Wohlfahrt der Mehrzahl tauber Kinder interessiert. Leider besitzt die Bezirksregierung weder fachliche Kenntnisse, noch Einsicht, was bestens fuer die Bildung verschiedener tauber Kinder gemacht werden kann.

    Es erstaunt mich, dass das Elternrecht, wie im Grundgesetz verbrieft ist, vom Gericht nicht beachtet wird. Anscheinend erachtet der Richter die Eltern unfaehig, eine richtige Entscheidung fuer ihre Kinder zu machen, und musste die Entscheidung der Eltern berichtigen. Ein Nichtkenner entscheidet aufgrund der unvollstaendigen, irrefuehrenden Belege! Sonderbares Recht, abhanengig an der Beweislage vorgelegt im Gerichtsraum! Oder die Entscheidung gefaellt aus Audismus, weil die Eltern taub sind?!

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  9. Lina,
    in Schulen fuer hoerende Schueler werden taube Schueler selten integriert und manche werden als Stuemmerl oder Trottel wegen Stummheit bespottet (Stuemmerl benannt). Also nur bestimmte taube Schueler koennen in Schulen fuer hoerende Kinder durchkommen, die aussergewoehnliche Faehigkeiten aufzeigen, aber nicht fuer die Mehrheit.

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  10. man muss nur Sigi lesen, dann weiß man, wo wir mit inklusion stehen: Deutschland ist - rein UN-technisch gesehen - ein Schurkenstaat, weil es eine ratifizierte Konvention einfach missachtet. die beiden Mädchen haben eindeutig das Recht auf Regelschule - aber die Behörden hintertreiben das, als wäre Art. 24 UN-BRK nie geschrieben worden.
    schlimmer noch: die kopflosen sigis dieses landes beklatschen die völkerrechtswidrige Praxis noch - und argumentieren naiv-dümmlich mit Fahrwegen der eigenen Schulzeit.

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  11. Und wer zahlt das?
    Die Allgemeinheit?
    Die Steuerzahler?
    Also wir?

    Genauso wie die Millionen Arbeitslosen, Blinden, Körperbehinderten, psychisch Kranken, Dementen?

    Ich hab es langsam satt, dass ständig auf Deutschland geschimpft wird, das eine bessere Sozialordnung hat als manch anderes Land. Was wird denn erwartet? Unmögliches.

    Und was die Gehörbehinderten in einem noch schlechteren Licht dastehen lassen, ist, dass sie sich am laufenden Band beschweren, jammern, lamentieren, so gut wie nie etwas als gerecht und gut anerkennen, auch, wenn sich bei ihrer Inklusion noch so eine große Mühe gemacht wird!

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  12. Andrea,

    du findest es also, dass es unmöglich ist zu erwarten, dass Gehörlose wie jeder andere Mensch in unserer Gesellschaft den 100% barrierefreien Zugang zur Gesellschaft erhalten, wozu auch die Bildung gehört?

    Es ist gesetzlich verankert, dass es ein Grundrecht ist.

    Und offenbar hast du dir meine Blogeinträge nicht gründlich genug durchgelesen, sonst wüsstest du, wie schlecht die Bildungspolitik und die Barrierefreiheit in Deutschland ist für Gehörlose und andere Gruppen von Behinderten.

    WAS IST DEN GERECHT an der jetztigen Situation? 12,6 % Untertitel? 2 Nachrichtensendungen am Tag, die mit Gebärdensprache kommen? Keine Kindersendungen mit #Gebärdensprache für Kinder unter 6 Jahren? Ist das Gleichberechtigung?

    Hast du darauf auch eine Antwort? Hm?

    DAS IST REALITÄT in Deutschland und ich finde, ich habe jedes Recht der Welt, die deutsche Behindertenpolitik zu kritisieren, aber auch mal zu loben, wenn sie was auf die Reihe bekommt. Tut sie leider aber nicht in 90& der Fälle.

    Und Andrea: In Ägypten, ein Schwellenland von Deutschland ausgesehen, kommen die Nachrichtensendungen mit Gebärdensprache. Alle.

    Gibt dir das nicht zu denken?

    Deutschland ist zwar eine Industrienation, aber in sehr vielen Punkten agiert es nicht wie eine Industrienation.

    Denk mal bitte darüber nach und denk mal darüber nach, wie GUT DU es als vermutlich Nichtbetroffener hast. Danke!

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  13. viel spaß hier lesen. meine gehörlose freunde und ich wissen schon!

    sehr gute kommentar von sabba:

    Die Karin hat eh keine Hemmungen und steht natürlich über alle Gehörlosen und ZEIGT mit den Finger: "Du, Du, Du hast eh keine Ahnung, weil Du gehörlos bist! Ich die Karin, die Allmächtige, Allwissende und Hörende, die weiss genau was Sie macht"! Nämlich auf Kosten der Inklusion leben!

    Es ist eine Frechheit 14.000.000 € für NUR 2 Kinder in NUR 10 Jahren Schulpflicht zu verpulvern, geschweige bei 12 Jahren und anschließend noch das Studium!

    bei 100 Kinder geht das in die Milliarden! bei 1000 Kinder in die Billionen! Karin wo ist Dein HIRN? Nicht die Gehörlosen kapieren es NICHT, Du raffst es NICHT! Es geht ohne Reform NICHT. Die gesetzlich verankerte Gleichstellung reicht da NICHT aus und kann NICHT zum Freibrief und zum verpulvern von solchen Summen genommen werden!

    Dann mal frohe Weihnachten!

    quelle: http://www.gl-cafe.de/viewtopic.php?f=198&t=50366&start=100

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  14. @PuffDaddy: Schon traurig, wenn ihr radikalen Gehörlosen noch die Ghettoisierung der Gehörlosen verteidigt und dabei ganz vergesst, wie schlecht die Bildung an gehörlosen Schulen grundsätzlich ist. Ihr jammert auch ganz schön darüber und sagt auch die ganze Zeit, dass ihr eine bessere Bildung wollt.

    Aber sobald mal andere in den Genuß kommen, dass sie eine bessere Bildung erhalten können, kommt ihr raus aus euren Löchern und schießt quer.

    Wacht mal auf - die Inklusion ist ein Gewinn für uns alle - für die ganze Gesellschaft.

    Sicher muss die Bildungspolitik für gehörlose eine Reform unterworfen werden, aber genau das wird nicht passieren. Und daran ist nicht die Inklusion schuld, sondern die Lösung dafür. Je mehr Gehörlose das Recht auf Inklusion wahrnehmen und sich für eine Regelschule entscheiden mit der Begründung, dass die Bildung an Gehörlosenschule nicht gut genug ist - nur dann wird sich was ändern. Aber dann ist es zum Glück zu spät und alle Kinder, egal ob behinderte oder nicht WERDEN gemeinsam auf eine Schule gehen!

    Wunderbar - ich freue mich auf den Tag, wo es endlich so weit ist!

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  15. Andrea,

    Du schimpfst in einem herum, hast aber nicht einmal den Anstand, Deine Angaben mit Quellen oder wenigstens Suchbegriffen zu belegen.
    *Selbstverständlich* ist Deutschland im Umgang mit Behinderungen und Behinderten nicht an der Spitze - google mal beizeiten etwa über Inklusion in Skandinavien, oder auch, wie Jule schreibt, über die Regelungen zum Gebärdendolmetschen in Ägypten.

    Und mal ganz grundsätzlich: Wenn ich Sätze höre wie "und wer soll das bezahlen??" bekomme ich das KOTZEN! Erinnern sie doch fatal an Berechnungen wie:
    "Der jährliche Aufwand des Staates für einen Geisteskranken beträgt im Durchschnitt 766.-; ein Tauber oder Blinder kostet 615.-, ein Krüppel 600.-.
    In geschlossenen Anstalten werden auf Staatskosten versorgt:
    167 000 Geisteskranke, 8 300 Taube und Blinde, 20 600 Krüppel.
    Wieviel Millionen kosten diese Gebrechlichen jährlich?"

    (Und aus welcher Zeit die stammen, kann sich der geneigte Leser wohl denken. Wenn nicht, hilft auch hier die Suchmaschine der Wahl.)

    Reine Kostenberechnungen entmenschlichen immer. Und überhaupt: Was kosten eigentlich Menschenrechte?

    Du hast wohl das "Glück", nicht mit Behinderungen jedweder Art in Verbindung gekommen zu sein. Nun ja, "Ignorance is bliss". Aber bitte: Ignorance, nicht Arrogance.
    Wenn Du schon kein Mitgefühl aufbringen kannst, lern wenigstens die Fakten über angewandte Menschen- und Bürgerrechte in Deiner Superrepublik Deutschland. Ich lebe in einem Deutschland, in dem es dahingehend leider an vielen Ecken und Enden fehlt. Was Jule macht, ist bitter nötig und nur ein Tropfen auf den heißen Stein, was man schon daran sehen kann, dass um Einzelfälle gekämpft werden muss, statt endlich die Voraussetzungen für eine bundesweite vernünftige Inklusionspolitik zu schaffen und auch umzusetzen.

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  16. @Andrea: Solange jede Frage nach Grundrechten ausschließlich mit Kostenargumenten abgeschmettert wird, haben wir keinen sozialen Rechtsstaat.

    Wenn der Wille dafür da ist, diesen Staat sozial und für alle lebenswert zu machen, dann finden sich auch Wege der Finanzierung. Wenn aber erst nach der Finanzierung gefragt wird, frage ich mich wiederum, ob die Grundrechte hier überhaupt so wichtig genommen werden oder ob sie nur auf dem Papier stehen.

    Gruß, Frosch
    (chronisch depressiv, dadurch erwerbsunfähig und somit "auf Steuerzahlerkosten lebend" -- ohne schlechtes Gewissen, denn das ist mein Recht!

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  17. Du hast keine Ahnung von meiner Situation, die man in keinem Fall als gut bezeichnen kann.
    Aber das tut nichts zur Sache.

    Tatsache ist nunmal, dass Deutschland genügend Probleme schon allein mit Nicht-Behinderten hat und die eben vorne anstehen.
    Behindertenintegration wird dabei ja nicht vergessen, kann aber eben nicht zu 100 % alles Augenmerk bekommen.

    Und ich persönlich sehe nicht ein, dass Massen an Steuergeldern, die für solche "Projekte" wie in deinem Artikel beschrieben draufgehen auf mich als Steuerzahler abgewälzt werden.

    Zu Ägypten: Wie lange hast du gebraucht, um dieses Beispiel zu finden? Bestimmt ein Zeitchen, was?
    Ihr kritisiert immer die Intoleranz der deutschen - ich weiß ja nicht, aber diese "andere haben es immer besser, uns gehts soo schlecht"-Mentalität ist ebenso typisch deutsch..

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  18. Nö, den ägyptische Gebärdensprachdolmetscher konnte man in der Berichterstattung der Tagesschau zur arabischen Revolution.

    Griechenland dolmetscht übrigens die Parlamentsdebatten - was ich auch per Zufall durch die Tagesschau mitbekam. Das ist in Deutschland nicht der Fall, dass die Bundestagsdebatten in Gebärdensprache gedolmetscht werden. Und was die finanzielle Situation Griechenlands angeht - da wissen wir alle sehr gut Bescheid.

    Zyklon Yasi im Februar 2011 in Australien: Neben der australischen Ministerpräsidentin sah man den Gebärdensprachdolmetscherin bei der Informationssendung im Fernsehen, was zu tun ist. Das gibt es in Deutschland nicht.

    Ich habe das alles also innerhalb von 2 Minuten rausgehauen und ich könnte dir gerne noch ein paar tausend andere Beispiele nennen.

    Die Einforderung dieser Menschenrechte in Deutschland hat GAR NICHTS, aber AUCH GAR NICHTS mit der deutschen "Jammer-Mentalität" zu tun.

    Und doch: Die Integration und Inklusion von Menschen mit BEhinderungen wird in Deutschland oft genug vergessen, wofür sich die deutsche Politik wirklich schämen muss!

    Und ich denke, du hast dich schon als ahnungslos genug geoutet - ich muss dich nicht weiter genug aufklären, wie weit Deutschland in dieser Hinsicht ein Entwicklungsland ist.

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  19. @ Klaus & Sabine

    Ich seh schon, ihr gehört zu der Art Menschen, die tagtäglich über die miserablen Zustände in Deutschland jammern und jeden Monatsersten die Taschen weit aufmachen, damit das ach so schlimme Deutschland brav das Geld reinscheffeln darf.

    Wie wärs mit einem Umzug nach Skandinavien oder Ägypten, Klaus, wo hier doch alles so schrecklich ist.

    Andrea, zeig mir den Paragraph im Grundgesetz, der mir sagt, ich solle Gehörlose andere behandeln als andere, sie von meinem Geld finanzieren etc. pp.

    Diese Leute sind mir genauso egal wie Helga Meier aus Köln und Anton Schröder aus Leipzig.

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  20. Andrea: UN-Behindertenrechtskonvention - sie gilt seit März 2009 in Deutschland.

    Und Artikel 3: Art 3

    (1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
    (2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
    (3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

    EINLEUCHTEND GENUG?

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  21. Geld, Geld, Geld.
    Das ist immer das Argument das man hört. Damit wird gegen Inklusion argumentiert. Damit wird gegen Hartz 4 Empfänger argumentiert. Damit wird gegen Kranke argumentiert.
    Aber wir leben nunmal in einem Land das diese Leute unterstützen soll. Das ist geltendes Recht. Und das sollte überall so sein, und es sollte selbstverständlich sein.

    Stattdessen kommt nur wieder das Argument: Geld.
    Würden nicht Milliarden von Steuergeldern jedes Jahr verschwendet, würde man nicht den Reichen und den Großkonzernen das Geld in den Arsch schieben, dann wäre auch genug Geld da.
    Außerdem wären die Kosten vermutlich kleiner wenn man sich mal wirklich Gedanken machen würde, und ein vernünftiges Konzept für Inklusion erstellen würde.

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  22. Schau dir doch mal meinen Kommentar genauer an, Jule:

    'Diese Leute sind mir genauso egal wie Helga Meier aus Köln und Anton Schröder aus Leipzig.'

    Ich behandle Behinderte nicht anders als Nichtbehinderte

    ---> Gleichberechtigung, wa?

    Und: "Du hast keine Ahnung, also red ich nicht mit dir" ist immer das Totschlagargument, wenn einem die Meinung des anderen nicht passt, nicht?

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  23. Ich habe nicht gesagt, dass ich nicht weiter mit dir rede, weil du keine Ahnung hast, sondern dass du dich als ahnungslos entpuppt hast. Hier auf meinem Blog und dank Google kann man sich ganz gut aufklären, wie die Lage derzeit aussieht. Aber die Mühe hast du dir ja nicht gemacht.

    Es hätte keine 60 Sekunden gedauert die UN-Behindertenrechtskonvention und sowie den entsprechenden Artikel 3 des Grundgesetz herauszufischen aus dem Internet.

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  24. Ja ja, das liebe Geld. Bedrucktes Papier das keinen so recht glücklich macht. Und dank unserer gleichgeschalteten Propagandapresse glauben viele, dass wir zuwenig Geld hätten. Ernsthaft, ein Staat der für viele hundert Milliarden Euro die Banken oder den Euro retten kann wird nicht zugrunde gehen, wenn er ein paar Euro für soziale Dinge ausgeben muss. Ein Staat der viele Milliarden in einen sinnlosen Krieg in Afghanistan investieren kann während hier die Schulen verrroten zeigt doch sehr deutlich, wo seine Prioritäten liegen. Nebenbei bemerkt verballern die Bundesbürger heute abend geschätzte 113 Millionen Euro fürs Silvesterfeuerwerk, was wären da ein paar Euro für sinnvollere Zwecke..?

    Das Grundgesetz definiert in Artikel 20 (und nicht Paragraph <klugscheiss/) das Sozialstaatsprinzip. Das bedeutet für *mich* auch, dsss mit den Steuergeldern eben auch benachteiligte Menschen unterstützt werden.

    Ich hatte vor vielen Jahren mal das "Vergnügen" den Fuß gebrochen zu haben und stand plötztlich in einer Welt voller Stufen und Stolperfallen. Diese Behinderung war zum Glück nur temporär, die Erkenntnis war aber nachhaltig. Vielleicht sollten ein paar der Kommentatoren doch heute mal die Probe aufs Exempel machen: Ton beim Fernseher abdrehen und Ohropax ins Ohr um mal zumindest ein wenig die Situation der Gehörlosen zu simulieren.

    Ich bin Jule jedenfalls sehr dankbar, dass sie unser Augen für eine andere Welt öffnet.

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  25. haha ghettoisierung verteidigen? nicht das ich lache. ehrlich wenn ich ein gl-kind bekomme würde ich mein kind niemals zur regelschule schicken. basta!

    inklusion gibt es nichts. wer glaubt inklusion gibt es seit 5 jahren, der träumt zu viel. inklusion gibt es schon seit 50 jahren. ich kenne viele gehörlosen die über 30 bis 60 jahre alt sind die schon lange mit hörende gut auskommen ohne inklusion-gesetz. lächerlich!

    gesetz reform neue gesetz reform neue gesetz reform neue gesetz macht alle kaputt. geil politik bringt ganze welt chaos. ich liebe das!

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  26. @Puff Daddy - Inklusion bedeutet einfach, dass Eltern eines behinderten Kind ab jetzt die Wahl haben, auf welche Schule sie ihr Kind schicken werden. Und das ist eine echte Wahlfreiheit.

    Vermutlich wird es "Förderschulen" die nächsten 10-15 Jahren noch geben, aber danach nicht mehr.

    Von der Inklusion werden alle profitieren, weil die behinderten und nicht behinderten Kinder zusammen aufwachsen, lernen, spielen und später arbeiten werden.

    Der Grund, warum Deutschland so wenig Barrierefreiheit hat, liegt daran, dass man bisher die Behinderten aus der Gesellschaft aussortiert hat und es wenig Berührungspunkte gab. Folge: Barrieren entstehen so im Kopf und übertragen sich auf den Alltag!

    Aber wenn behinderte und nicht behinderte Kinder zusammen in den Kindergarten und in die Schule gehen und später zusammen in die Arbeitswelt, dann werden die Barrieren im Kopf automatisch wegfallen und die Barrieren im Alltag für behinderte Menschen verschwinden.

    Außerdem steigt die soziale Kompetenz der Kinder.

    DAS IST Inklusion. Davon werden wir alle längerfristig profitieren.

    Schon mal soweit gedacht?

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  27. Jule, deinen subjektiv formulierten Blog werde ich nicht als Informationsquelle, höchstens als persönliches Meinungsbild verwenden.

    Lina und Rainer,
    Ja, Geld. Schon mal probiert ohne?
    Würde ich nicht machen wollen....

    An dieser Stelle möchte ich auch den vorwurf, ich belege meine Meinung nicht mit Quellen, weitergeben.

    Rainer
    "ein Staat der für viele hundert Milliarden Euro die Banken oder den Euro retten kann wird nicht zugrunde gehen, wenn er ein paar Euro für soziale Dinge ausgeben muss"

    Belege hätt ich gern.
    Und Zahlen für die 'paar' Euro für Soziales...

    (Silvesterfeuerwerk schon gekauft?)

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  28. ich sage nur ehrlich es gibt eltern, egal ob gehörlose, blinde, lernbehinderte, sprachbehinderte kinder sind froh, dass es die förderschule gibt. wenn förderschule komplett verschwunden wäre eltern nicht glücklich. es gibt eltern die für regelschule sind aber auch für förderschule sind. also alles muss bleiben.

    mir ist egal ob ich von jemanden als ausgrenzer beschimpft werden. ich bleibe meine meinung. basta!

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  29. Der Vorteil einer Förderschule (FS) sehe ich darin,

    dass die FS-Lehrer die ganze Zeit mit den Kindern zusammen sind.Wenn der Lesestoff z.B. in Bio oder Geschichte etc. nicht verstanden wird,dann hilft man auch in diesen Fächern sonderpädagogisch.Die Schulen sind kleiner,übersichtlicher, persönlicher.Jedes Kind ist den Lehrern bekannt und auch in den Pausen kann persönlich auf die jeweilige Symptomatik eingegangen werden. Eine Wohltat für Kids mit Wahrnehmungsstörungen,dass die Schulen bewusst „reizarm“ ausgestattet sind,damit die Kinder,die von ihren Eltern am Wochenende vor der Glotze „geparkt“ wurden,sich wieder an geordnete Verhältnisse gewöhnen können.

    Zum Vergleich: an der allg.bildenden Schule sind FS-Lehrer nur für 2,7 Stunden pro Kind pro Woche vorgesehen.Wenn jetzt die FS-Reiselehrer für den gemeinsamen Unterricht (GU) an verschiedenen allg.bild. Schulen von den Förderschulen „abkommandiert“ werden,was bleibt da an wirklicher Förderung übrig?Dazu muss zusätzlich noch auf ganz viel Erziehung geachtet werden,was viele Eltern auch nicht mehr schaffen. Ich sehe an den Förderschulen ganz viele Kinder,denen man die Behinderung im kognitiven Bereich nicht ansieht (z.B. Lernbehinderte mit einem IQ von ca. 70),die für alles einfach länger brauchen.An vielen allg.bild. Schulen leiden diese Kinder vor allem dann, wenn ihre Eltern es nicht wahr haben wollen,dass ihr Kind Hilfe braucht.Dazu kommt noch die Ausgrenzung durch die Mitschüler,die fühlen, dass etwas anders ist. Je später die Hilfe einsetzt, desto stärker verfestigen sich emotionale Probleme wie Aggression oder Depression durch Überforderung oder einfach durch Mobbing.Wie ist das für ein gesundes, kleines Kind auch zu verstehen,wenn die ''Behinderten'' auch ganz „normal“ aussehen? Das muss für Mitschüler schwer sein, denn viele bekommen einen „Nachteilsausgleich“.Für die „normalen“ Kids sieht es so aus,als ob die anderen eine „Extrawurst“ bekommen würden.Da ist der Ärger vorprogrammiert. .. und ganz schlimm ist es, wenn die Eltern dann noch ins selbe Horn tuten: „Spiel nicht mit den Doofen, sonst wirst du auch noch doof …“ (… und glauben Sie nicht, ich übertreibe!!!!) Da höre ich die Angst heraus, dass das eigene,gesunde Kind nicht ausreichend gefördert werden kann.Ist diese Angst nicht auch begründet? Wie kann ein Pädagoge diesen „Spagat“ schaffen,alle ca. 25 bis 30 Kinder mit unterschiedlichem Lernniveau und unterschiedlichen Förderbedarf jeweils optimal und individuell zu fördern? Von der Umsetzung mit zwei Pädagogen ist man flächendeckend und in Vollzeit weit entfernt.Wenn dann auch noch Kinder dazu kommen, die „schwer erziehbar“ sind und deren Vokabular sich auf Schimpfwörter beschränkt,dann sehe ich für ein gutes Lernklima schwarz egal in welchem Schulsystem. Und die Kids mit Handicap verlieren als erstes, weil sie keine (große) Lobby haben.

    Wenn das Inklusion ist, dann möchte ich lieber darauf verzichten.Ich kann nicht verstehen,wie die GU-Befürworter dieses ignorieren können und ihr Wunschdenken sich nicht der Realität angleicht. Können diese Eltern das wirklich verantworten,ihr eigenes Kind mit Handicap in eine solche Situation zu bringen?Zuerst müssen die Rahmenbedingungen für ALLE Kinder stimmen, nur dann wird es klappen,dass kein Kind verliert und verloren geht.

    Warum gibt es die Paralympics? Warum wird auch da ''aussortiert''? (Was für ein schlimmes Wort. Mir gefällt „gezielte Förderung der vorhandenen Talente“ besser.) Damit auch Menschen mit Handicap Goldmedaillen gewinnen können. Und Hut ab, vor diesen Leistungen! Aber Menschen mit geistiger Beeinträchtigung werden Sie da auch nicht finden. Warum wohl?

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  30. @Andrea
    Der Blog von Julia ist sehr wohl eine Informationsquelle und zwar aus erster Hand. Geschrieben VON einer Betroffenen, die genau weiß wie es aussieht aufgrund von Eigenerfahrung.

    Mit den Banken sollte man so verfahren wie mit jeder Firma die Insolvenz geht. Verwalter rein und wenn der nix mehr retten kann, dicht machen. Punkt.

    Silvesterfeuerwerk. Den Mist mach ich seit 10 Jahre nicht mehr mit. 0 Euro. Ich schaus mir auch schon Jahre nicht mehr an. Finde ich unnötig, eh jedes Jahr der gleiche Kram.

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  31. Jule, "die finanzielle Situation in Griechenland kennen wir"?
    Ja, richtig. Wird von Deutschland gesponsert.
    ;-)

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  32. Das tut mir leid zu lesen - bein uns hier vor Ort an der Grundschule ist gerade ein Mädchen eingeschult worden, das auch mit Domletscherin(nen) den Unterricht besucht... und wir sind auch in Schwaben...
    Warum ist das so untrerscheidlich/ungleich gehandhabt???
    Kann man das als Vergleichfall heranziehen? wenn ja, stell ich gerne den Kontakt her...

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  33. Liebe @Miu, bitte maile mir doch an meine E-Mailadresse: julesblogspot@googlemail.com

    Jede Hilfe ist da willkommen, vor allem gute Vergleichsfälle!

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  34. hm. Seit gestern weiss ich, dass es kein Vergleichsfall ist sondern sich um das Mädchen handelt, dass hier total integriert ist :-(

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Falls es nicht klappt zu kommentieren, kann man mir eine E-mail unter der Mailadresse im Blog hinterlassen - derzeit scheint Blogger damit Probleme zu haben. :-( P.S. Beleidigende und unsachliche Kommentare werden nicht freigeschaltet.