Montag, 29. Oktober 2012

Einsatz als Lippenleserin

Letzte Woche erreichte mich ein Notruf aus dem Ruhrgebiet mit der Frage, ob ich im vorliegenden Fall helfen könne:

Der Vater des Hilfesuchenden liegt mit Kehlkopfkrebs im Krankenhaus und kann sich nur noch ganz schwer verständlich machen, da die Stimmbänder nicht mehr vorhanden sind, was eine Kommunikation sehr schwer macht. Jeder in der Familie hatte den Eindruck, dass dem Patienten etwas wichtiges auf der Seele liegt, was er gerne noch loswerden möchte. Schreiben konnte der Patient auch nicht mehr aufgrund Lähmungserscheinungen in der Hand mit unkontrolliertem Zittern.

So war der Inhalt der Mail - nach einem Mailwechsel stand dann fest, dass ich am Sonntag nach Duisburg fahre und mein Bestes gebe für die Unterstützung der Kommunikation als Lippenleserin.

In Duisburg angekommen erwartete mich eine sehr nette Familie und am Ende des Krankenhausbesuchs konnten wir das Bett des Patienten mit einem guten Gefühl verlassen, da eine verbesserte Kommunikation mit meiner Hilfe tatsächlich möglich war.

So eine Arbeit als Lippenleserin macht mir immer wieder sehr viel Freude und lässt mich mit einem warmen Gefühl im Bauch den Heimweg antreten.

Lippenlesen kann manchmal so vieles mehr sein als das "Ausspionieren" der Fußballer und Trainer - eine echte Hilfe sein für Patienten ohne Stimme aufgrund Luftröhenschnitt oder anderen Umständen, die eine "normale" Kommunikation erheblich erschweren oder unmöglich machen.

Solche Einsätze hatte ich schon öfters - so traurig die auch sind, sie sind immer sehr bereichernd.

Im Vorfeld eines solchen Termins gibt es natürlich ein paar Dinge abzuklären, aber wenn alles abgeklärt ist, dann steht einem Einsatz nicht im Wege, wobei es natürlich keine 100% Garantie geben kann, ob alles ablesbar ist, was ja von den Umständen abhängt, auf die man keinen Einfluss hat.

Es wäre für die Betroffenen wünschenswert, wenn die Fähigkeiten der Lippenleser bekannter wären beim Krankenhauspersonal, denn dann könnte man die Kommunikation erheblich verbessern, was vor allem den Patienten eine große Hilfe ist wie auch dem Personal. Oder den Angehörigen.

Für den Fall, dass jemand, der diesen Blogeintrag liest, mich in dieser Sache erreichen möchte: Man kann mich für einen solchen Fall über die E-Mailadresse in meinem Blog kontaktieren.

Kommentare:

  1. Das ist ja cool. Darf ich fragen, wie es kommt, dass du das kannst? Bist du schwerhörig, sodass du das gelernt hast? weil das kann man ja eigentlich ncith einfach so?

    Grüße, Lisa

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  2. Blöd bin ich. OHA; entschuldige. Ich hab deinen Header nicht mal beachtet. Die Frage erklärt sich also von selbst :) Finde ich total toll, was du machst! Mut!

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  3. find ich ne richtig tolle sache!

    Sebastian

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