Sonntag, 4. November 2012

"Wetten, dass...." oder auch "Was vom Tage übrigblieb"

Nun, da haben wir schon die zweite "Wetten, dass..." Sendung mit Gottschalks Nachfolger Lanz hinter uns.

Ich war besonders aus dem einen Grund geduldige Mitzuschauerin, da "Wetten, dass..." seit dem 06. Oktober live mit Untertitel gesendet wird, was mich besonders gefreut hat, da ich mir ja schon seit längerem Untertitel dafür gewünscht habe, was man in diesen Blogeinträgen nachlesen kann:

"Wetten, dass.." mit Live-Untertitel im Fernsehen! vom 14.06.2009 (!) Kleine Zusammenfassung: "Wetten, dass.." kam bereits schon 2009 und lange davor im Schweizer Fernsehen mit Live-Untertitel. Wenn mich nicht allles täuscht, habe ich mal 2007 zufälligerweise "Wetten, dass" im Schweizer Fernsehen, als ich es noch empfangen konnte mit Untertitel gesehen und die Untertitel waren in meiner Erinnerung ganz gut.

Jedenfalls besser als das, was das ZDF uns hier als Live-Untetitel zu verkaufen versucht bei "Wetten, dass.." seit der Lanz-Ausgabe.

Und dann hab ich im am 02. Oktober 2009 gehofft, dass das ZDF "Wetten, dass".. tatsächlich mit Live-Untertitel zeigt: "Wetten, dass.. morgen abend um 20:15 mit Live-UT!" 

Wie sehen gescrollte Untertitel eigentlich aus? vom 03. Oktober 2009 Hier beziehe ich mich auf meine Hoffnung auf die Art der Untertitel bei der Untertitelart von "Wetten, dass" an dem Tage..

und guckte in die Röhre: In die Röhre geguckt bei "Wetten, dass..."

Nun ja, meine Leidensgeschichte mit der Sendung dauert nun schon eine ganze Weile an und man könnte meinen, dass seit der Live-Untertitelung die Geschichte nun ein Happy End hat. Mitnichten.

Die Untertitel sind erbärmlich schlecht - so auf dem Niveau von den Witzen von Lanz. "Ach, ist das der Strampelanzug von Barbara's Baby?" "Jo, genauso schick wie die Mami." "Deine Mutter hat doch immer gesagt, man soll die Wahrheit sagen."

Aber der Hammer war bei der Pömpel-Wette: Da zog ein toller Junge mit dem Pömpel auf seinem Bauch einen Mini-Cooper 30 meter weit. Und kurz vor dem Startschuss stand im Untertitel: "Egal, was auch passiert, wir bleiben darauf." Ich musste da zum gefühlten 1000x mal facepalmen und fragte ganz entsetzt bei Twitter an, ob der Lanz das tatsächlich gesagt hat. Hatte er.

Bloss: Er hat sich auf wohl zum 1000. Mal am Abend auf die Niederkunft von Barbara Schöneberger's Baby bezogen. Alleine: Im Untertitel stand nichts davon, weil die Untertitel einem nämlich nur 40% der Informationen übermittelt haben. Da war es kein Wunder, dass ich sofort an Samuel Koch denken musste aufgrund der Zusammenstellung: "Wette mit einem Auto" und dem doofen Spruch von Lanz.

Jedenfalls möchte ich mich mit diesem Blogeintrag ganz herzlich bei meinen Followern auf Twitter bedanken, dass sie mit mir mitgelitten haben durch das Testen der #Untertitel. Das einhellige Echo war, dass die Live-Untertitel den Namen Untertitel überhaupt nicht verdient haben und viele Informationen auf der Strecke bleiben.

Das beste an dem Abend? Meine Follower. Und Robbie, der bei mir akute Schnappatmung verursachte und der großartige Tom Hanks, der einfach mal so eben die Bilder auf seinem iphone mit dem Fernsehpublikum teilte und den einen oder anderen Knaller rausliess. Lanz zu Tom: "Tom, Sie müssen das nicht machen." Also sich als Bremer Stadtmusikant verkleiden. Und er so pointiert-mitleidig:"Ich habe sowieso keine Würde mehr im Leib."

Diese Beschreibung trifft übrigens für "Wetten, dasss..." zu, da hat die Presse recht.

Ich bin übrigens saufroh, dass bei der Bohrer-Wette die Wette gewonnen wurde, denn die wollten doch tatsächlich dem wunderbaren Tom Hanks die niveaulose Bierkästchen-Liegestützen-Wette aufdrücken!
 
Zurück zur Untertitel-Preisfrage: Sind 1:1 Live-Untertitelung tatsächlich machbar? Und die Antwort lautet ganz eindeutig: "Ja, verdammt noch mal!" Das beste Beispiel ist die BBC, die übrigens ein viel niedrigeres Budget hat als die öffentlich-rechtlichen hat hier und trotzdem Barrierefreiheit lebt.

Oder die USA - die praktizieren das auch - hier ist ein schönes Beispiel davon:

Marlee Matlin bei "Dancing Stars" 

Ich bin seit Jahren eine engagierte Kämpferin für barrierenfreien Zugang zum Fernsehprogramm und zur gesamten Gesellschaft, daher ist es auch nicht verwunderlich, dass ich bei der Firma VerbaVoice in München arbeite - wir von VerbaVoice bieten Live-Unterititel bei Veranstaltungen an, aber auch Live-Gebärdensprachdolmetschereinblendungen an und noch vieles mehr.  Daher weiß ich nicht nur aus anderen Ländern, dass 1:1 Live-Untertitel tatsächlich möglich sind.

Besonders interessant ist der Reiter: "Barrierefreie Veranstaltungen" auf unserer Homepage.

Hier geht's lang zur Homepage, die übrigens bald einen Relaunch bekommt: 

www.verbavoice.de

Einen schönen Sonntag und danke nochmals für das Mitleiden.


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