Freitag, 5. April 2013

Bayernweiter Bereitschaftsdienst der Gebärdensprachdolmetscher!

Die bayerischen Gebärdensprachdolmetscher sind nun flächendeckend in Bayern unter einer einzigen Notfall-Nummer erreichbar, was sehr praktisch ist, denn früher musste man jeden einzelnden Gebärdensprachdolmetscher abtelefonieren, ob er Zeit hat. Das hat natürlich in einem Notfall die reibungslose Kommunikation mit gehörlosen Menschen erschwert, weil es schon Glückssache war, ob man einen Dolmetscher auftreiben kann.

Die Notfall-Rufnummer des Bereitschaftsdienst der bayerischen Gebärdensprachdolmetscher ist erreichbar unter  0800 12 12 789. Mit ihr können Polizei, Ärzte/Notärzte, Krankenhaus und Kriseninterventionsdienste werktags von 17.00 Uhr bis 08.00 Uhr und am Wochenende rund um die Uhr einen Gebärdensprachdolmetscher erreichen.

Ich hoffe sehr, dass dieses bayerische Modell nun auch flächendeckend in ganz Deutschland Schule macht, also so schnell wie möglich eingeführt wird, denn reibungslose Kommunikation kann Leben retten in einem Notfall.

Ich würde mich freuen, wenn Blogleser aus Bayern ihre Kollegen und Freunde in diesem Bereich auf diese Notrufnummer hinweisen würden, damit im Fall der Fälle das Problem mit der Kommunikation rasch gelöst werden kann.

Hier ist die Pressemitteilung zum 1. flächendeckenden Bereitschaftsdienst der bayerischen Gebärdensprachdolmetscher samt Notfallnummer: http://www.taubenschlag.de/cms_pics/201304_Notfall_Bereitschaftsdienst_GS_Bayern.pdf

An dieser Stelle möchte ich noch mal kurz auf die Unsinnigkeit hinweisen, dass es in Deutschland bis heute keinen SMS-Notruf gibt für gehörlose&Schwerhörige Menschen. Der SMS-Notruf kann aber auch von Autisten, Stotterer und von jedem Menschen in einer Situation genutzt werden, wo es gefährlich sein könnte zu sprechen bzw. die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Bisher läuft der Notruf für Gehörlose so ab: Man lädt sich im Internet ein Notfall-Fax-Formular runter, deponiert es ausgedruckt an einer geeigneten Stelle im Haus und im Notfall soll man dann die Piktogramme ankreuzen, seelenruhig zum Faxgerät marschieren und die Empfangbestätigung abwarten, während es im Haus brennt oder Einbrecher drinnen sind.

Was sich vor allem geändert hat: Früher war das Faxgerät ein selbstverständlicher Bestandteil in einem gehörlosen Haushalt - heute ist es am Aussterben dort durch die Smartphones.

Zweitens: Ein Notruf per Fax ist nicht mobil -  bei einem Autounfall wäre es mir z.b. nicht möglich, ein Fax abzusetzen.

Ich habe schon so oft auf die Dringlichkeit des SMS-Notrufs hingewiesen, vor allem in einigen Medien, z.b. hier:

http://www.haz.de/Nachrichten/Medien/Uebersicht/Es-brennt-Schicken-Sie-ein-Fax

Weitere Blogeinträge von mir zum Thema SMS-Notruf finden sich hier:

Der 11. Februar ist der Tag des Europäischen Notrufs 112







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