Mittwoch, 28. Januar 2015

"Niemand darf aufgrund seiner Behinderung benachteiligt werden."

Heute spazierte ich am Jakob-Kaiser-Haus vorbei, welches als Bundesabgeordnetenhaus bekannt ist und meine Augen wanderten so über den Glaszaun mit dem Grundgesetz.

Glaszaun mit dem Grundgesetz

Der erste Gedanke, der mir da so durch den Kopf schoss, war: "Ach du Scheiße!", denn mir fiel natürlich auf, dass der Zusatz von 1994 mit: "Niemand darf aufgrund seiner Behinderung benachteiligt werden." darauf fehlt. Warum das so ist? Es handelt sich um die Urfassung von 1949 auf diesem Glaszaun. Es haben schon Menschen mit Behinderung dafür gekämpft, dass dieser Zusatz auch auf dieser Glastafel verewigt wird, leider erfolgslos. 

Quelle zum Zusatz des Grundgesetz: http://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_3.html

Diese Glastafel offenbart gleich mehrere Probleme: Es ist für den Otto-Normalverbraucher nicht erkennbar, dass es sich um die Urfassung von 1949 handelt. Es wird auch nicht der Fortschritt der Gesellschaft und der Politik seitdem dokumentiert, indem man die Glastafeln mit dem Grundgesetz aktualisiert. 

Wahrscheinlich ist die Intention hinter dieser Glastafel mit der Urfassung von 1949 diejene, dass man diese würdigen will. Mir erscheint es wenig zeitgemäss, wenn man an dieser Fassung an dieser Stelle in aller Öffentlichkeit festhält und damit den sichtbaren Wandel in der Politik und Gesellschaft nicht würdigt und festhält? Will man mit dem Festhalten an der Urfassung weiterhin Minderheiten bestimmte Rechte verweigern, indem amn sagt: "Wir wollen die Urfassung von 1949 an dieser Stelle würdigen?" Das ist festzementierte Politik für alle Ewigkeit und damit kann und will ich nicht konform gehen! 

Mit künstlerischer Freiheit darf man Diskriminierung nicht entschuldigen.

Meiner Ansicht nach ist es dringend notwendig, dass man diesen Zusatz auf der Tafel verewigt, damit man eben auch nach außen ein Signal abgibt, dass Inklusion gewollt und erwünscht ist und Menschen mit Behinderungen nicht als Bürger 2. Klasse gelten. 

Unsere Gesellschaft ist im Wandel, die Politik auch. Es gab viele sinnvolle Änderungen im Grundgesetz und dieser hart erkämpfte Zusatz von 1994: "Niemand darf aufgrund seiner Behinderung benachteiligt werden." gehört dazu. 

Es würde diesem Glaszaun gut zu Gesicht stehen, wenn die Aktualisierungen des Grundgesetz dort hinzugefügt werden, um den Bürgern dort bildlich vor die Augen zu führen, dass Politik nicht für alle Ewigkeit festzementiert ist, sondern sich auch bewegt mit der Gesellschaft zusammen. 

Ich wünsche mir, dass die Entscheidungsträger im Bundestag mal darüber nachdenken und zu dem Entschluss kommen, dass man die Glastafeln aktualisieren wird, denn wir gehören alle zur Gesellschaft dazu. Im übrigen hätte man eigentlich schon 1949 den Zusatz hinzufügen sollen, denn nach dem Krieg gab es ja viele Menschen mit Behinderungen dadurch, aber damals war das ja ein Tabuthema eine Behinderung zu haben.

Wie seht ihr diese Sache? 

1 Kommentar:

  1. Jule hat natürlich recht: kein Mensch kommt beim Betrachten auf die Idee, dass das vielleicht nicht mehr der aktuellste Text sein könnte.

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