Samstag, 21. November 2015

Der "Tatort" und ich

An den meisten Sonntagabende bin ich von 20:15 Uhr - 21:45 Uhr nicht ansprechbar, wenn da ein neuer Tatort von meinen favorisierten Teams kommt. Und es hat den Vorteil, wenn man gehörlos ist, denn dann braucht man nicht Bescheid zu geben, dass Telefonate um diese Uhrzeit herum nicht erwünscht sind. :-D

Und wer mich kennt, der weiß, dass ich regelmässig die Augen rolle, wenn im Tatort oder in anderen Fernsehfilmen das Thema Menschen mit Behinderung vorkommt und die Rollen dann von nichtbehinderten Schauspielern gespielt werden und falsche Fakten über die jeweilige Behinderung kolportiert werden.

Jüngstes Beispiel? Der jüngste Folge "Schwanensee" vom Münsteraner Tatort hat sich mit Autisten beschäftigt und behauptet, dass Autisten automatisch alle inselbegabt sind und so weiter. Viele Autisten waren gar nicht einverstanden mit der Darstellung von Autisten dort, weil dort eben nicht die Realität abgebildet wurde. Ich könnte jetzt noch weiter auflisten, was da alles falsch dargestellt wurde, aber das ist nicht meine Aufgabe oder der Sinn des Blogbeitrags jetzt, weil ich etwas anderes erzählen möchte. :-)

Es ist ja kein Geheimnis mehr, aber ich möchte ganz gerne auch hier erzählen, was mich im Jahr 2015 so beschäftigt hat: Ich habe eine Anfrage bekommen vom bekannten Drehbuchautor Peter Probst, ob ich ihm zur Seite stehen mag am Drehbuch für einen Tatort und ich habe dieses Angebot sehr, sehr, sehr gerne angenommen, nicht zuletzt weil die Zusammenarbeit mit Peter so unheimlich bereichernd und toll war.

Das Team? Tatort Saarbrücken! Die Story:
Während in einer Gaststätte ein Leichenschmaus für den bekannten Leiter einer Gehörlosenschule stattfindet, kommt in einem Zimmer ein Stockwerk höher eine Frau ums Leben, die wenig später als Leiche aus der Saar gezogen wird. Natürlich ermittelt Hauptkommissar Jens Stellbrink zunächst unter den Gästen der Beerdigungsgesellschaft. Als dann eine weitere Leiche aufgefunden wird, stellt Stellbrink überrascht fest, dass beide Fälle über einen Gast der Beerdigungsfeier miteinander verbunden scheinen ...

Und jetzt kommt es: Alle gehörlosen Rollen im Tatort werden von gehörlosen Schauspielern gespielt, sogar die Gebärdensprachdolmetscherin im Tatort ist eine echte Gebärdensprachdolmetscherin. Es wird also einen tiefen Einblick geben in die Welt der Gehörlosen und viel Gebärdensprache zu sehen sein.

Mehr dazu: http://www.daserste.de/unterhaltung/krimi/tatort/specials/drehstart-saarbrueckeh-totenstille100.html

Hier mal zwei Setfotos vom Tatort:
Hier ist Kassandra Wedel in ihrer Rolle als "Kassandra Feldhausen" zu sehen.  Der Name ist ihr geblieben, den mussten wir einfach nehmen! :-)
Credit: SR/Manuela Meyer
Links neben Devid Striesow als "Kommissar Jens Stellbrink" steht Franz Hartwig, welcher den "Marc" spielt. Der hübsche Lockenkopf ist "Ambra", welche von der gehörlosen Schauspielerin Jessica Jaksa gespielt wird. Von hinten sieht man die herausragende Lena Stolze als Mutter der beiden.
Credit: SR/Manuela Meyer
Und wann wird denn der Tatort ausgestrahlt? Am 24. Januar 2016! :-)

Das war es dann mal für das erste an Infos, es wird hier sicherlich noch mehr Infos zum Tatort geben, je näher der Ausstrahlungstermin rückt. Aufregung und Wackelpuddingknie galore wird es dann bei mir geben. :-) Ich hoffe, ihr steht mir bei, wenn der Tatort im TV kommt!

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